Die Suchmaschine Ecosia funktioniert so wie jede andere Suchmaschine und verdient ebenfalls über Anzeigen Geld. Der Unterschied: Das Geld bleibt nicht als Gewinn im Unternehmen oder landet bei Aktionären. Ecosia investiert es in den Klimaschutz und pflanzt Bäume.

In letzter Zeit ist viel Werbung für die Suchmaschine Ecosia im Netz zu sehen. Sie verspricht: Wir investieren unsere Gewinne in den Klimaschutz und pflanzen Bäume.

Das Konzept der alternativen Suchmaschine funktioniert so: Sie bezieht ihre Suchergebnisse über Microsofts Suchmaschine Bing und schaltet dort eigene Anzeigen. Wie jede andere Suchmaschine auch, verdient sie darüber Geld.

Mit diesem Geld werden zunächst alle laufenden Kosten der Firma gedeckt, der komplette Gewinn wird dann in irgendeiner Form auf Baumpflanzprojekte auf der ganzen Welt verteilt.  

Bäume und Kaffeepflanzen

Mit 22 Projekten, die hauptsächlich in den tropischen Zonen in Afrika, Südamerika oder Indonesien angesiedelt sind, will die Suchmaschine etwas gegen den Klimawandel und die Ungerechtigkeit auf der Welt tun. Dafür hat Ecosia drei Mitarbeiter, die sich darum kümmern, die Projekte auszuwählen, zu unterstützen und zu kontrollieren, ob das Geld auch sinnvoll eingesetzt wird. Neben den Bäumen werden auch Nutzpflanzen wie beispielsweise Kaffeepflanzen angepflanzt.

"Die Menschen können entweder davon leben oder die Erträge verkaufen. Das Land gehört auch ihnen, die Bäume auch. Wir wollen da kein Eigentum in Anspruch nehmen."
Génica Schäfgen, Sprecherin von Ecosia Deutschland

Davon abgesehen, dass Tropenwälder besonders effektiv die Erderwärmung begrenzen können, geht es Ecosia laut Génica Schäfgen vor allem um Biodiversität. Die Vielfalt der Natur soll also erhalten und geschützt werden.

"Biodiversitätshotspots sind Orte auf der Welt, wo die Biodiversität von Flora und Fauna besonders reichhaltig ist, aber auch besonders bedroht", sagt Génica Schäfgen von Ecosia.

Auf der Ecosia-Website ist die Zahl zu sehen, dass inzwischen fast 50 Millionen Bäume gepflanzt wurden. Eine Sterberate ist da bereits rausgerechnet, denn junge Pflanzen sind oft sensibel, und einige gehen wieder ein.

Jedes Jahr wird Wald so groß wie Belgien abgeholzt

Zur Einordnung: 50 Millionen Bäume mögen viel klingen, können aber noch keinen nachhaltigen, spürbaren Effekt zum Klimaschutz beitragen.

"Wenn man diese Zahl mal in Beziehung setzt zu der jährlich entwaldeten Fläche, die wir durch Rodungsverluste verliere, dann ist das in der Größenordnung von 1,5 Prozent. Global gesehen, ist das ein Tropfen auf den heißen Stein", sagt Jürgen Bauhus, Professor für Waldbau an der Uni Freiburg. Aber immerhin: Besser als nichts.

Wald mit einer Fläche so groß wie Belgien verlieren wir jedes Jahr. Gerade deshalb sei es wichtig, dass es Unternehmen gibt, die sich für das Klima und die Umwelt einsetzen und so ein Zeichen setzen, sagt Bauhus.

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