Ein Ärzteteam in Südafrika hat zum zweiten Mal erfolgreich einen Penis transplantiert. Der Patient ist glücklich - nur die Farbe seines neuen besten Stücks muss noch angepasst werden.

Vor 17 Jahren hatte sich der heute 40-jährige Patient traditionell beschneiden lassen - so wie Tausende Südafrikaner jedes Jahr. Doch weil nach der Beschneidung so starke Komplikationen auftraten, musste sein Penis amputiert werden. Das ist kein Einzelfall, sagt Deutschlandfunk-Nova-Korrespondent Jan-Philippe Schlüter. Jedes Jahr gebe es in Südafrika Dutzende Männer, die mit verstümmelten Penissen leben oder deren Penisse amputiert werden müssen, weil nicht ausgebildete Heiler bei der Beschneidung pfuschen.

Eine Penistransplantation ist ein aufwändiges und noch recht neues Verfahren. Wenn die Ärzte einen passenden Spenderpenis haben, nähen sie ihn in einer neun- bis zehnstündigen Operation an. "Dafür werden dann Techniken angewandt, die eigentlich für Gesichtstransplantationen entwickelt worden sind", sagt Jan-Philippe. Feinste Blutgefäße, Arterien und Nerven müssen verbunden werden, damit der Penis auch voll funktionstüchtig wird. Das kann nach der Operation mehrere Monate dauern. "Dann ist es ein ganz normaler Penis", sagt der Korrespondent.

Voll funktionsfähiger Penis

Vor zweieinhalb Jahren führten die südafrikanischen Ärzte die erste erfolgreiche Penistransplantation durch. Nach einem halben Jahr zeugte der Patient ein Kind.

Bei dem aktuellen Fall muss der neue Penis jetzt erst einmal verheilen. Doch dann wartet ein weiterer Eingriff auf den Mann: Der transplantierte Penis ist nämlich weiß – der Patient aber schwarz. Deshalb soll eine medizinische Pigmentbehandlung folgen. Die funktioniert im Grunde wie bei einem Tätowierer, sagt Jan-Philippe. "Da wird ganz normal wie beim Tattooshop um die Ecke die Farbe  mit einer Nadel eingestochen." Der komplette Penis soll also eingefärbt werden.

"Die Ärzte wollen eine Art Farbverlauf hinbekommen, der so natürlich wie möglich der Originalhautfarbe nachempfunden ist. Also zur Spitze hin etwas heller als unten am Schaft."
Jan-Philippe Schlüter, Korrespondent in Südafrika

Bis die Farbe angepasst werden kann, wird es aber noch ein bisschen dauern. Doch bisher verlaufe die Heilung nach der Operation sehr gut, sagen die Ärzte. Es gebe keine Zeichen einer Abstoßung. Und der Patient sei einer der glücklichsten Patienten gewesen, die sie je hatten, so die Ärzte.