Goji-Beeren im Müsli und zum Mittag gibt es Quinoa. Das soll alles unglaublich gesund sein. Es gibt aber auch Superfood, das sehr viel günstiger ist und nicht erst um die halbe Welt reisen muss.

Chia-Samen zum Beispiel verdienen die Bezeichnung "Superfood" durchaus: Sie haben massig viel Kalzium, mehr als in Tiermilch steckt, und wichtige Omega-3-Fettsäuren. Auch acht essenzielle Aminosäuren sind in Chia-Samen drin, die der Körper nicht selbst herstellen kann. 

Tolles Zeug also. Und ziemlich teuer, ein Kilogramm kostet etwa 9 Euro. Und die Sache ist: "Leinsamen" klingt vielleicht sehr viel langweiliger, ist aber eine brauchbare Alternative zu den hippen Chia-Samen. "Das Wichtigste an den Chia-Samen, sagen viele Leute, sind die Omega-3-Fettsäuren", sagt Christian Vagedes von der Veganen Gesellschaft Deutschland. "Die finden sich aber auch im heimischen Leinsamen."

Acai-Beeren

Ähnliches gilt für andere exotische Leckereien aus der Superfood-Ecke. Die kleinen, dunkelblauen Acai-Beeren gelten als Schlankmacher und Faltenkiller. Sie kommen aus Südamerika und enthalten viel Antioxidantien. Christian Vagedes relativiert: "Ihr Gehalt ist aber geringer als bei unseren Brombeeren oder Sauerkirschen."

"Wenn heimische Früchte dunkel sind, dann enthalten sie ganz, ganz viel Antioxidantien. Das trifft fast immer zu. Etwa bei Schwarzen Johannisbeeren."
Christian Vagedes, Vegane Gesellschaft Deutschland​​

Goji-Beeren

Auch die Goji-Beere ist nicht übel. Auf deutsch heißt sie Bockdornbeere und ist eine gute pflanzliche Eiweißquelle mit viel Vitamin C und anderen Vitaminen. "Die Darstellung, dass Goji-Beeren das Mega-Superfood seien, ist völlig übertrieben", sagt Vagedes. Hagebutte hat ebenso viel Vitamin C. 

Und: Ihr könnt die Hagebutte jetzt sammeln, trocknen und habt für das ganze Jahr das, was die Goji-Beere verspricht - und zwar viel günstiger. Das Kilogramm Goji-Beeren kann so um die 20 Euro kosten. Ihr könnt sie aber auch selbst anbauen.

Quinoa

Quinoa schließlich ist ein gutes Superfood für alle Menschen, die kein Gluten vertragen. Circa 15 Prozent Eiweiß stecken da drin, sagt Christian Vagedes, dazu kommen viele Mineralstoffe. Das Problem ist: Weil Quinoa so gefragt ist, können sich die Menschen in den ursprünglichen Anbaugebieten in Südamerika Quinoa zum Teil gar nicht mehr leisten.

Darum: Amaranth, Buchweizen und vor allem Hirse sind gute Alternativen zu Quinoa.

"Die Sachen sind alle nicht schlecht. Aber wir können sie ersetzen durch die Getreidearten, durch die Früchte, die wir hier vor Ort haben."
Christian Vagedes, Vegane Gesellschaft Deutschland​​