Die Webserie "Sweatshop - Deadly Fashion" wurde von über acht Millionen Menschen weltweit gesehen. Damals schickte die norwegische "Aftenposten" drei Modebloggerinnen nach Kambodscha und dokumentierte ihre Erlebnisse. Jetzt gibt es eine zweite Staffel.

Anniken, Frida und Ludvig sind Modeblogger, leben in Norwegen. Vor zwei Jahren schickte die norwegische Zeitung "Aftenposten" die drei nach Kambodscha. Damals waren sie zwischen 17 und 21 Jahre alt. Mit dabei war der 22-jährige Regisseur Joakim Kleven. Er hat die drei Modeblogger begleitet. Ihre Aufgabe: Den Produktionsprozess der Mode, die sie zu Hause in ihren Blogs feiern, hautnah mitzuerleben.

Das heißt, die drei haben in den Sweatshops mitgearbeitet und auch in den Unterkünften übernachtet, in denen auch die Arbeiterinnen leben. Die daraus entstandene Webdoku "Sweatshop - Deadly Fashion" war hoch emotional. Weltweit hat sie mehr als acht Millionen Menschen erreicht - in Norwegen leben gerade einmal fünf Millionen.

Ein Jahr Schockzustand

Die Erlebnisse haben die jungen Blogger extrem geprägt. Anniken erzählt, dass sie ungefähr ein Jahr gebraucht hat, bis sie sich von dem Schock erholt hat. Sie bloggt nach wie vor über Mode, kauft aber heute viel weniger. Außerdem sei sie weniger egoistisch und hinterfrage Dinge eher, sagt sie. Außerdem setzt sie sich, wie Frida auch, dafür ein, dass die Bedingungen in der Textilindustrie in Kambodscha besser werden.

"Wenn man von so was zurückkommt, dann versucht man zu vergessen, was da passiert ist, man will kein Teil mehr davon sein. Als Sweatshop dann fertig veröffentlicht wurde, war ich wieder so geschockt, weil du alles noch mal erlebst, das war schrecklich."
Modebloggerin Anniken über ihre Zeit nach der ersten Staffel

Frida ist sogar noch einen Schritt weiter gegangen. Sie arbeitet heute für die Nichtregierungsorganisation "The Future in our Hands", wo sie genau das Thema voranbringt. Sie fährt unter anderem durch Norwegen und hält Vorträge an Schulen. Der Vorwurf, sie wäre damals sehr naiv gewesen, dass sie sich über die Produktionsbedingungen von Mode keine Gedanken gemacht hätte, macht sie traurig.

"Klar gibt es Armut in Kambodscha, klar gibt es Armut in anderen Ländern. Aber du kannst uns doch nicht dafür kritisieren, dass wir die Leute auf dieses Thema aufmerksam machen wollen. Irgendwo muss man doch anfangen."
Frida arbeitet heute für eine NGO

In der zweiten Staffel von "Sweatshop - Deadly Fashion" geht es jetzt darum zu sehen, was hat sich eigentlich getan? Wie haben sich die Produktionsbedingungen der Textilarbeiter in Kambodscha verändert? Das Ergebnis ist für Anniken und Frida einigermaßen frustrierend. Denn obwohl der Mindestlohn in Kambodscha angehoben wurde, ist der Effekt fast null. Denn gleichzeitig sind auch die Lebenshaltungskosten gestiegen. Und gerade, weil sich die beiden so für eine Veränderung einsetzen, ist es hart für sie zu sehen, dass fast nichts passiert. Auch die zweite Staffel verspricht damit, emotional zu werden.

Hier geht's zur neuen Staffel: