Trotz der offiziellen Abschaffung der Sklaverei arbeiten heute immer noch Millionen Menschen als Sklaven oder unter sklavenähnlichen Bedingungen. Verantwortung dafür tragen wir alle.

Heute (23.08.) ist der von der Unesco ins Leben gerufene Internationale Tag der Erinnerung an den Sklavenhandel und seine Abschaffung. Und auch, wenn es Sklavenhandel fast nicht gibt - noch immer arbeiten Millionen von Menschen als Sklaven oder unter sklavenähnlichen Bedingungen.

Die World Free Foundation schätzt, dass weltweit 46 Millionen Menschen versklavt werden - das sind 15 Millionen mehr als noch vor zwei Jahren. Betroffen sind sie von Menschenhandel, Zwangsprostitution, Zwangsarbeit, etwa in der Landwirtschaft, in Minen und im Bau, wirtschaftliche Ausbeutung und menschenunwürdige Arbeitsbedingungen.

"Zurzeit glaube ich nicht, dass es möglich ist, zu konsumieren, ohne dabei auf Sklavenarbeit oder Arbeit unter sehr schlechten Bedingungen zurückzugreifen."
Anna Coliet, Netzwerk "Made in a Free World"

Laut Bundeszentrale für Politische Bildung verrichten 5,5 Millionen Kinder weltweit unter anderem in Steinbrüchen, in der Textilindustrie oder als Leibeigene in Haushalten Zwangsarbeit.

Besonders Arbeiten unter ausbeuterischen und gesundheitsgefährdenden Bedingungen betrifft fast alle Menschen auf der Welt. Entweder sie leiden unter ihnen direkt, oder sie unterstützen sie mit dem Kauf von Produkten indirekt.

Wie viele Sklaven arbeiten für mich?

Anna Coliet vom Netzwerk "Made in a Free World" sagt: In fast jedem Produkt steckt ein geringer oder auch ein großer Teil Arbeit, die unter menschenunwürdigen Bedingungen stattfand.

Wer wissen will, wie viel Sklavenarbeit der eigene Konsum unterstützt, kann auf der Website "Slavery Footprint" einen (ziemlich gut gemachten) Fragebogen über seinen Lebensstil ausfüllen. Am Ende kommt die Angabe darüber, wie viele Sklaven man für sich arbeiten lässt.

"Es ist wichtig, im Hinterkopf zu behalten, dass Menschen in anderen Teilen der Welt für unseren Lebensstandard leiden müssen - und dass man sich da, wo es geht, nach Alternativen umschaut, die unter guten Bedingungen hergestellt werden."
Sebastian Sonntag, Deutschlandfunk Nova