Rainer Uhl ist Umweltaktivist bei der Surfrider Foundation und kämpft dafür, dass weniger Plastikmüll in unsere Ozeane gelangt. Doch bald erbt er die Firma seines Vaters, die genau das verarbeitet, was Rainer kämpft: Kunststoffe. Wir fragen ihn: Ist das kein Widerspruch?

Der heutige World Oceans Day soll uns dafür sensibilisieren, das jedes Jahr neun Millionen Tonnen Plastikmüll in unsere Weltmeere gelangen. Die Forscher der Ellen MacArthur Foundation kommen in einer Studie zu dem Ergebnis, das in 35 Jahren sogar mehr Plastik als Fische in den Ozeanen rumschwimmen wird.

Schätzungen zufolge sterben jährlich bis zu 100.000 Meeressäuger und eine Millionen Meeresvögel an verschluckten Plastikteilen oder verenden in herrenlosen Fischernetzen. Im Verdauungstrakt eines gestrandeten Pottwals wurden schon 17 Kilogramm an Plastik gefunden.

Kunststoffindustrie muss Verantwortung übernehmen

Der Surfer und Umweltaktivist Rainer Uhl von der Surfrider Foundation setzt sich dafür ein, das weniger Plastikmüll unsere Flüsse und Meere verseucht. Bald wird er allerding die Firma seines Vaters erben, die damit ihr Geld verdient, Kunststoffe für die Industrie zu verarbeiten. Klingt nach einem Gewissenskonflikt.

Für Rainer Uhl ist das aber kein Grund, sich für eine Seite entscheiden zu müssen. Er findet, dass neben all den negativen Aspekten der Plastikverschmutzung, Kunststoffe im Bereich der Medizintechnik unverzichtbar und wahre Lebensretter sind.

"Im Lauf der Jahre habe ich auch meinen Vater ein bisschen bekehrt."
Rainer Uhl, Umweltaktivist

Seine Position im Familienbetrieb will Rainer in Zukunft dazu nutzen, eine möglichst nachhaltige Produktion der Kunststoffe zu gewährleisten. Eine der ersten Maßnahmen in diese Richtung war der Wechsel zu einem reinen Ökostromanbieter. Andere Bereiche wie Recycling, Ökodesign oder geschlossene Produktionskreisläufe sollen folgen.

Seine Hauptaufgabe als Umweltaktivist sieht er darin, die Menschen für die immense Gefahr durch Plastik im Meer zu sensibilisieren und darüber zu informieren. Außerdem ist politische Einflussnahme und Lobbyarbeit wichtig, sagt Rainer Uth, um letztendlich Einfluss auf die deutsche und internationale Gesetzgebung nehmen zu können.