Männer machen die Fenster auf, Frauen machen sie wieder zu. Eine neue Studie im Fachblatt Nature beweist, was wir alle schon wussten: Frauen frieren schneller als Männer.

Laut der Studie stammen die Standardeinstellungen für Klimaanlagen noch aus den 60er Jahren - und sind perfekt für einen 40-jährigen Mann. Für junge Frauen sind die Geräte dagegen um einige Grad zu kalt eingestellt: In Tests fanden die Männer eine Temperatur von 22 Grad Celsius optimal, die Frauen dagegen bevorzugten über 24 Grad.

Wir haben einen Hormon-Experten um Rat gefragt, den Endokrinologen Onno Janßen aus Hamburg. Dass Frauen kälteempfindlicher sind, macht auf den ersten Blick nicht so richtig viel Sinn, sagt er.

"Wir haben noch das alte Bild, dass Frauen mehr Fettgewebe haben und eigentlich besser isoliert sind."
Onno Janßen, Endokrinologe in Hamburg

Schlankheits-Boom verändert Kälteempfinden

Die Damen seien in den letzten Jahren aber immer schlanker geworden - und bei weniger Fett sei man temperaturempfindlicher. Außerdem sei das natürlich eine Frage der Hormone.

"Männer haben einen höheren Testosteronspiegel und mehr Muskelmasse. Der Muskel als Gesamtorgan ist ein Wärmelieferant."
Onno Janßen

Männer können auf Kälte also besser reagieren. Außerdem ist die Körpertemperatur der Frau vom Zyklus abhängig, so Janßen. In der ersten Hälfte haben Frauen eine niedrigere Körpertemperatur, mit dem Eisprung steigt sie dann um ein halbes Grad an.

Empfindliche Damen

Auf dieselbe Temperatur reagierten Damen meistens empfindlicher als Männer. Das habe mit den übergeordneten Steuermechanismen im Hirn zu tun, die das Wärmeempfinden regeln.

"Der Mann ist für schnelle Aktivitäten und die Frau eher für die Konstanz gebaut."
Onno Janßen