Nach der Tropenhitze kommt jetzt ein wenig Abkühlung vom Himmel - von West nach Ost sinken die Temperaturen in diesen Tagen zumindest ein wenig. Allerdings: Die aktuelle Wetterlage in Deutschland bietet auch Tornados ziemlich gute Rahmenbedingungen.

Tornados sind Wirbelstürme, die bei großen Temperaturunterschieden entstehen. Sie können entstehen, wenn hoch aufgetürmte Schauer- oder Gewitterwolken auf sehr warme Luftmassen treffen. Unter den Wolken steigt sehr feuchte, warme Luft auf, die immer stärker verwirbelt wird. Beim Aufstieg zieht sie Wasserdampf nach sich. 

Der Sog des Wolkenrüssels

Dadurch wird das Wetterphänomen dann auch sehr gut sichtbar – es bildet sich nämlich ein rotierender Luftschlauch, auch Windhose oder Wolkenrüssel genannt, der bis zum Boden reicht. Durch diesen Luftschlauch entsteht ein Sog, der alles mit sich reißen kann, was nicht fest auf der Erde befestigt ist: Dachziegel, Fahrräder oder sogar Autos und Kühe.

"Ein Tornado erzeugt einen Sog, der alles mit sich reißen kann."
Martin Schütz, Deutschlandfunk Nova

Solche Tornados gibt es nicht nur in den USA, wo das Phänomen sehr bekannt ist. Sie können überall entstehen - auch bei uns in Deutschland, erklärt Andreas Friedrich, der Tornado-Experte des Deutschen Wetterdienstes. Bis zu 60 sind jedes Jahr bei uns zu beobachten.

"Wir haben jedes Jahr zwischen 20 und 60 Tornados in Deutschland."
Andreas Friedrich, Tornado-Experte des Deutschen Wetterdienstes

2018 waren es bisher nur acht bestätigte Tornados in Deutschland, sagt Friedrich. Da mehr als die Hälfte des Jahres vorbei ist, könnte also im zweiten Halbjahr noch einiges am Himmel kommen, vermutet er. Statistisch wahrscheinlich ist es auf jeden Fall.

"Bei dieser Wetterlage könnten sich Mittwoch oder Donnerstag Tornados in Deutschland bilden."
Andreas Friedrich, Tornado-Experte des Deutschen Wetterdienstes

Wenn ihr einen Tornado seht, solltet ihr euch anders verhalten als bei einem Gewitter.

Raus aus dem Auto!

Ganz wichtig: In Autos seid ihr bei einem Tornado nicht sicher. Ihr solltet in ein stabiles Steinhaus gehen und dort weg von den Fenstern, in die Mitte des Raumes, weil Trümmerteile in der Luft herumfliegen und die Fenster durchschlagen könnten.

Wenn ihr draußen seid, solltet ihr euch flach in eine Mulde legen - Hauptsache weit weg von Bäumen oder Zäunen, also von allem, was durch die Luft gewirbelt werden könnte.

Keine Panik

Die Chance, dass ein Tornado mit Windgeschwindigkeiten von um die 500 km/h bei uns auftreten, ist extrem gering. Im Mittleren Westen der USA und rund um den Golf von Mexiko kann das schon mal vorkommen.

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