In Großbritannien gibt es seit Oktober keine Plastiktüten mehr für lau, wenn ihr einkauft. Bei uns sollte es eigentlich am 01.04.2016 soweit sein, dass dünne Plastiktüten was kosten. Aber das Ganze verschiebt sich…

"Das Beste an der 5 Pence Gebühr für Plastiktüten ist das der Schrank neben meiner Spüle jetzt 672,97 Pfund wert ist."
Ein britischer User bei Facebook

Dass es in Deutschland noch ein bisschen dauert, liegt daran, dass beim Bundesumweltministerium noch immer ein Vorschlag des Handelsverbands Deutschland herumliegt. Bei dem geht es um eine freiwillige Selbstverpflichtung des Handels, Plastiktüten nicht mehr umsonst abzugeben. Der Handelsverband sagt, es würden auf diese Weise 60 Prozent aller abgegebenen Plastiktüten kostenpflichtig.

"Dem Ministerium ist anscheinend die Zahl der Unternehmen, die mitmachen wollen, zu gering. Deswegen verschiebt sich der offizielle Start."
Verena von Keitz, DRadio Wissen

Vorgaben der EU

Wenn das aber alles nicht klappt, dann bekommen wir bis November sowieso eine gesetzliche Regelung. Denn die EU hat im vergangenen Jahr die Richtlinie vorgegeben: Ab 2020 soll jeder EU-Bürger im Durchschnitt nur noch 90 – und ab 2026 nur noch 40 Tüten pro Jahr verbrauchen.

"Jeder Deutsche verbraucht derzeit 71 Tüten durchschnittlich im Jahr. Damit liegen wir weit unter dem EU-Durchschnitt von knapp 200 Tüten."
Verena von Keitz

Es scheint zu klappen…

Tatsächlich scheint so eine gesetzliche Vorgabe ganz gut zu funktionieren: In verschiedenen Ländern gibt es ja schon länger Plastiktüten-Verbote – oder man muss eben dafür bezahlen. Irland war zum Beispiel sehr früh dabei. Dadurch hat sich die Zahl der Tüten wirklich stark reduziert.

"Viele Händler stellen jetzt einfach um auf Papiertüten."
Verena von Keitz

Das ist nicht wirklich toll, denn Papiertüten sind nur selten aus Altpapier. In der Regel werden sie aus dickerem Papier hergestellt, damit sie nicht reißen. Und die verbrauchen in der Herstellung mehr Energie und verschmutzen mehr Wasser als dünne Plastiktüten.

Auch die biologisch abbaubaren Tüten oder die aus nachwachsenden Rohstoffen sind nicht wirklich zu empfehlen weil man sie zum einen nicht gut recyceln kann und auch sie in der Herstellung viel Energie verbrauchen.

"Die Deutsche Umwelthilfe hat alle Tütenarten verglichen. Ergebnis: Am besten sind die Polyesterbeutel, die man ganz klein zusammenmachen kann."