Lange Zeit hat sich in Thessaloniki nicht viel bewegt. Jahrzehnte regierten hier die Konservativen. Die Stadt hatte große Probleme mit dem Haushalt, der Müllentsorgung und der illegalen Einwanderung. Mit der Krise in Griechenland hat sich in der Stadt vieles zum Positiven gewandelt.

Der neue, linke Bürgermeister Giannis Boutaris hat es in sich. Mit hitzigen Forderungen nach Denkmälern für Atatürk und den Holocaust, der Einführung pornographischer Sendungen im staatlichen Fernsehen, einer Kampfansage an die Kirche und der Reform der Müllentsorgung hat sich Boutaris nicht viele Freunde gemacht.

Preisgekrönter Bürgermeister

Seit 2011 ist Boutaris nun im Amt und hat bereits erste Erfolge zu verzeichnen: Die lange versprochene und immer wieder verschobene Strandpromenade wurde errichtet, der Tourismus der Stadt befindet sich dank der türkischen Besucher in einer wirtschaftlich guten Lage und die Schwulen und Lesben halten ihre Gay-Pride-Parade erstmals ungehindert ab. Auch die jüngeren Bewohner der Stadt sind vom Wandel begeistert.

"Die Stadt ist weltoffener geworden. Es gibt nun viel mehr Kooperationen mit anderen Ländern. Es kommen mehr Touristen. Die Stadt wird mehr beworben, es gibt mehr Festivals"
Georgios, Student in Thessaloniki

Giannis Boutaris hat die Stadt weltoffener gemacht. Nicht ohne Grund wurde er jüngst von der Huffington Post zur weltweiten Nummer eins der Bürgermeister gewählt, die ihre Stadt umwandeln.

"Du kannst deine Zukunft nicht aufbauen, wenn du deine Vergangenheit nicht kennst. Und was ist die Vergangenheit der Stadt? Es ist die Tatsache, dass sie schon immer eine kosmopolitische Stadt war. Sie war gelassen gegenüber der Aufnahme Fremder"
​Giannis Boutaris, Bürgermeister der Stadt Thessaloniki