Viel Bewegung und ein bisschen öko: E-Roller sind vielversprechend. Aber wie gut kommen wir damit durch die Stadt? Deutschlandfunk-Nova-Reporter Christian Schmitt hat sich die vorläufigen Ergebnisse eines Versuchs angesehen und erinnert sich an seine E-Roller-Tour durch Wien.

Ein kalifornisches E-Rollerunternehmen testet gerade 15 seiner Roller in Bamberg – gemeinsam mit den örtlichen Stadtwerken. Bamberg repräsentiert mit rund 80.000 Einwohnern eine durchschnittliche deutsche Stadt. Anders als in amerikanischen Städten fehlen in Bamberg die typischen großen Parkplätze außerhalb, von denen man die letzte Meile auf breiten Gehwegen zur Arbeit scootern kann. Insgesamt ist in einer typischen deutschen Stadt deutlich weniger Platz als in einer US-amerikanischen.

Kleine Rollen brauchen glatte Flächen

Auch der Straßenbelag birgt Herausforderungen: Zwar gibt es auch in den USA historische Straßen mit Kopfsteinpflaster, im West Village in New York zum Beispiel. Kopfsteinpflaster ist in den USA allerdings eher eine Seltenheit. In deutschen Städten und insbesondere in Bamberg sind viele Straßen aber uneben gepflastert – und das verträgt sich schlecht mit E-Scootern und ihren kleinen Rollen. Schon kleine Kanten bereiten Probleme.

"Es ist echt ein bisschen halsbrecherisch. Da war so ein abgesenkter Bordstein – ist ein großes Hindernis für so einen Roller. Ich bin dann ordentlich vom Roller gestolpert."
Christian Schmitt, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Christian hat in Wien ein Modell getestet. Dort werden E-Scooter schon von drei verschiedenen Firmen eingesetzt. Das Fahrgefühl war für Christian ein bisschen halsbrecherisch: Kopfsteinpflaster ist mit dem E-Roller uneben und rutschig – besonders wenn es nass ist. Und für manche Modelle ist schon ein abgesenkter Bordstein ein ernstes Hindernis.

Insgesamt ist er vier Kilometer gefahren für stolze 6,70 Euro: einen Euro für die Ausleihe und 0,15 Euro pro Minute. Das ist in etwa die Preisstruktur, die auch für Deutschland geplant ist, sagt Christian.

E-Roller als Öko-Problem

Christian haben nur die ersten fünf Minuten Spaß gemacht. Der Roller war ihm zu schnell, um damit sicher mit rund 20 km/h über einen Gehweg zu brettern. Er war ihm aber zu langsam, um damit längere Strecken als zwei Kilometer zu fahren. Nach Christians Erfahrung ist ein Leihfahrrad deutlich schneller und günstiger.

"Es gibt bei den E-Scootern noch eine Menge Fragezeichen und deshalb warnt die Deutsche Umwelthilfe vor Schnellschüssen."
Christian Schmitt, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer möchte E-Roller möglichst bald in deutschen Städten fahren lassen. Die Deutsche Umwelthilfe ist einer der Verbände und Organisationen, die auf ökologische Probleme hinweisen: In den USA zum Beispiel haben einige der E-Roller, die zum Verleih angeboten werden, einen Lebenszyklus von nur vier Wochen bis zu drei Monaten. Außerdem werden die Roller aufgeladen indem Mitarbeiter des Unternehmens die kleinen Fahrzeuge abends mit Transportern mit Verbrennungsmotor einsammeln und an die Ladestation hängen.