Er war selbst schon 6000 Meter in der Tiefe unter der Meeresoberfläche. Der Meeresforscher und Rohstoffgeologe Peter Herzig konnte einen Blick auf den Ozeanboden werfen, einen unbekannten Planeten. Auch Rohstofffirmen interessieren sich für die Schätze der Ozeane - für Manganknollen und Schwarze Raucher. Peter Herzig fordert einen umweltfreundlichen Abbau. Dafür steht auch das Geomar am Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel, das Herzig leitet.

Eigentlich ist Peter Herzig Rohstoffgeologe und dem Land verbunden. Doch die Entdeckung sogenannter Schwarzer Raucher in der Tiefsee in den 1970-er Jahren faszinierte ihn so sehr, dass er sich fortan den Ozeanen widmete.

Das Forschungstauchboot "Jago" an Land, vor dem großen Bullauge stehen der Autor Frank Schätzing und Peter Herzig; Bild: dpa
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Das ist das Forschungstauchboot Jago vom Geomar. Es wird bestaunt von Peter Herzig (rechts) und dem Autor Frank Schätzing, der wie Herzig von der Tiefsee sehr fasziniert ist.

Heute ist er Direktor des Geomar am Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. Schwerpunkte der Forschung am Geomar sind Ozean-, Tiefsee- und Rohstoffforschung. Das Institut beteiligt sich an Expeditionen in die Tiefsee weltweit. Und es verfügt selbst über ein Tieftauchboot, die Jago. Diese kann bis zu 400 Meter tief tauchen.

"In der Tiefe von 6000 Metern beträgt der Wasserdruck rund 600 Kilogramm pro Quadratzentimeter - das entspricht der Größe einer Briefmarke."

Herzig selbst hatte das Glück schon einmal noch viel tiefer abtauchen zu können - fast 6000 Meter tief unter die Meeresoberfläche, zum Meeresgrund im südwestlichen Pazifik. Der Druck in diesen Tiefen ist enorm, die Tieftauchboote eher klein. "Man sollte keine Platzangst haben", sagt Herzig. Die Scheinwerfer können um die 15 Meter des Meeresbodens ausleuchten. "Es ist wie die Landung auf einem fremden Planeten", sagt Herzig.

Am Meeresboden finden sich teils auch sogenannte Schwarze Raucher. "So etwas wollte ich einmal live sehen", sagt Herzig. Man findet diese Phänomene dort, wo der Meeresboden vulkanisch ist, wo durch aufsteigendes Magma der Ozeanboden auseinander gedrückt wird. Durch diese Meeresbodenspreizung gelangt Meereswasser tief in den Ozeanboden und wird extrem aufgeheizt - auch die chemische Zusammensetzung ändert sich durch die Hitze.

"Wir sollten die Fehler der Rohstoffgewinnung, die wir an Land gemacht haben, in der Tiefsee nicht wiederholen."

Zugleich nimmt durch das Aufwärmen die Dichte ab und das Meerwasser steigt wieder nach oben. Bei diesem Aufstieg löst das Meerwasser Zink, Gold, Silber und andere Elemente aus dem Ozeanboden heraus und transportiert diese nach oben. Das dann schwarz getrübte Wasser dringt wie bei einer Fontäne nach oben. Die Elemente verbinden sich zu wertvollen Sulfiderzen: Schwarze Raucher gelten deshalb auch als Erzfabriken.

Diese sind nicht nur für die Forschung faszinierend, auch Rohstofffirmen zeigen Interesse - wie schon auch an Manganknollen. "Wir wollen darauf achten, dass der Abbau umweltverträglich erfolgt", sagt Herzig. Und es sei wichtig zu entscheiden, wo und wann der Abbau überhaupt sinnvoll ist.