Unfälle, Verletzungen oder Krankheiten: Viele Haustiere benötigen lebensrettende Operationen. Wenn ein Hund oder eine Katze zu viel Blut verloren hat, braucht das Tier eine Blutspende, um zu überleben. Wenn ein gesunder Hund oder eine Katze für ein anderes, krankes Tier Blut spenden, dann sind diese Blutkonserven, die rote Blutkörperchen enthalten, nur etwa 30 Tage haltbar. Tierärztin Barbara Kohn hat die erste Blutbank für Haustiere in Deutschland aufgebaut.

Die französische Bulldogge Pola benötigt dringend Blutkonserven, weil ihr Köper die eigenen Blutkörperchen viel zu schnell abbaut. Sie sitzt in einem Käfig auf der Intensivstation der Tierklinik der Freien Universität Berlin. Hund Pola bekommt ein Medikament, das ihr helfen soll. Aber es dauert eine Weile, bis das Mittel anschlägt. Seit vier, fünf Tagen bekommt sie immer wieder Blut, das andere Hunde gespendet haben.

Tierblut-Spenden, die rote Blutkörperchen enthalten, sind nur etwa 30 Tage haltbar und müssen dann entsorgt werden. So gehen die Vorräte immer wieder mal zur Neige. Als unser Reporter Timo Nicolas die Klinik besucht, liegen nur drei Blutkonserven im Kühlschrank, die noch verwendet werden können. Rund doppelt so viele sind nicht mehr haltbar und können daher nicht mehr verwendet werden.

"Das ist der Kühlschrank und da liegt im Moment nicht so ganz viel. Da unten, das sind diejenigen die abgelaufen sind, wir müssen auch manchmal welche verwerfen, wenn sie zu alt sind."
Barbara Kohn, leitende Tierärztin an der Tierklinik der FU Berlin, zeigt unserem Reporter Timo Nicolas die vorhandenen Tierblutspenden
Französische Bulldogge Pola sitzt in einem Käfig in der Tierklinik.
© Deutschlandfunk Nova | Timo Nicolas
Die Französische Bulldoggen-Hündin Pola benötigt Tierblutspenden, weil ihr Körper die roten Blutkörperchen zu schnell abbaut.

Nicht nur die Französische Bulldogge Pola muss mit Blut versorgt werden, auch andere Tiere, die gerade eine Operation hinter sich gebracht haben, benötigen Tierblutspenden. Wenn die Vorräte zur Neige gehen, sind die leitende Ärztin und ihre Mitarbeiterinnen gefragt. Sie telefonieren eine Liste mit potenzielle Spendern ab und hoffen auf Zusagen. Die Blutspenden sind freiwillig. Nach einer Voruntersuchung entscheidet eine Tierärztin oder ein Tierarzt, ob der Hund oder die Katze sich als Spender eignet.

Hund Raja hat schon mehrfach Blut gespendet

Labradormischling Raja spendet schon zum vierten oder fünften Mal Blut und rettet damit möglicherweise anderen Hunden das Leben. Die Hündin ist drei Jahre alt und wiegt 28 Kilogramm. Pro Kilo dürfen die Ärzte dem Hund 10 Milliliter Blut abnehmen. Helga, die Halterin des Hundes, hatte in der Hundeschule erfahren, dass ein anderer Hund sehr krank geworden sei und sich daraufhin dafür entschieden, ihre Hündin Blut spenden zu lassen. Das ist jetzt das vierte oder fünften Mal, dass der Hund für eine Blutspende in die Klinik kommt, sagt die Besitzerin.

"Als ihr die Infusionsnadel eingestochen wird, fangen die Hinterbeine an zu zucken, ihr Atem wird schneller. Nach etwa fünf Minuten sind 270 Milliliter Hundeblut im Kunststoffbeutel. Raja hat es geschafft."
Timo Nicolas, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Tierärztin Barabara Kohn hat die erste Blutbank für Tierblutspenden in Deutschland aufgebaut. Regelmäßig nimmt sie Tieren Blut ab. An dem Tag, an dem unser Reporter Timo Nicolas die Klinik besucht, spenden vier Hunde und eine Katze Blut. Damit ist die Klinik für ein paar Tage mit Blutspenden versorgt. Bei Hündin Pola hat das Medikament angeschlagen, sodass sie keine Blutkonserven mehr benötigt.