Tiere, die viel Nachwuchs bekommen, wie Fische zum Beispiel, kümmern sich nicht allzu sehr um ihre Kinder. Bei Säugetieren, die nur wenige Nachkommen kriegen, sieht das anders aus. In manchen Fällen gibt es sogar wahre Muttersöhnchen.

Stellt euch vor, ihr seid abends unterwegs: hübsches Mädchen auf der Tanzfläche, zwei Typen finden sie gut und wollen sie ansprechen. Aber die Jungs sind nicht allein, sie haben ihre Mütter dabei, die ihnen dabei helfen, das Mädel zu erobern. Notfalls durch Zähnefletschen, um den Konkurrenten einzuschüchtern. Klingt absurd, ist aber bei den Bonoboaffen so üblich - übrigens unsere nächste Verwandschaft im Tierreich mit einer Genübereinstimmung von 98,7 Prozent.

"Besonders attraktiv sind in Bonobokreisen Weibchen mit einer ausgeprägten Genitalschwellung."
Mario Ludwig, DRadio Wissen

Aber auch bei den Muriqui-Affen, die oft Spinnenaffen genannt werden, sind die Mütter hilfreich bei der Partnerwahl der Jungs. Bei der seltensten Affenart Südamerikas sind die Mütter dafür verantwortlich, zu verhindern, dass sich ihre Söhne mit nahe verwandten Weibchen paaren.

"Offenbar kriegen die das nicht alleine hin, Inzest zu verhindern. Da brauchen sie die Frau Mama zur Hilfe."
Mario Ludwig, DRadio Wissen
Gefällt 52 Mal, 4 Kommentare - Doreén (@reeni_2.0) auf Instagram: „King Lui 🐒🐵🌴 #spinnenaffe #affe #monkey #pose #nice #wildlife #nature #mexico #coba #akumal #tulum..."
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Tatsächlich hat das "gute Aufpassen" der Mütter Erfolg gezeigt. Amerikanische Forscher haben in Genanalysen nachgewiesen, dass keines der von ihnen untersuchten Jungtiere das Ergebnis einer inzestuösen Paarung war.

Enge Mutterbindung ist gut für das Überleben

Bei noch zwei weiteren Tierarten gibt es das Phänomen, dass Mütter sehr lange und intensiv auf den Nachwuchs aufpassen: bei Orcas und bei Elefanten. Bei den Orcas - den erfolgreichsten Jägern im Tierreich - bleiben die Männer ihr ganzes Leben lang bei den Müttern. Warum, war lange Zeit unklar. Neueste Forschungsergebnisse von Wissenschaftlern der Universität Exeter belegen, dass die Überlebenschance um das vierzehnfache steigt. Vermutlich sind die Mütter ihren Söhnen bei der Futtersuche und der Feindabwehr behilflich.

"Vermutlich sind die Mütter ihren Söhnen bei der Futtersuche und der Feindabwehr behilflich."
Mario Ludwig, Biologe

Bei Elefanten ist die Geschlechterfrage nicht allzu sehr entscheidend - hier ist aber auffällig, dass Elefantenbabys, die neben ihrer Mutter auch eine Oma an ihrer Seite haben, eine deutlich höhere Überlebenschance haben. Begründet wird das mit der Annahme, dass die Elefantengroßmütter ihren großen Erfahrungsschatz miteinbringen können, den nachkommen also beispielsweise zeigen kann, wo es in Dürrezeiten noch Wasser zu holen gibt.