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Kühe sind einerseits Gewohnheitstiere, zugleich aber ausgesprochen lernfähig. Kuhexperte Henk Blok erklärt, wie das zusammenpasst. Diese Eigenschaft könnte hilfreich sein bei der CO2-Reduktion.

Damit bei der Kuhhaltung weniger CO2 entsteht, werden die Wiederkäuer in Neuseeland trainiert, an bestimmten Orten zu pinkeln. Wenn der Urin der Tiere getrennt entsorgt wird, entstehen deutlich weniger Treibhausgase, als wenn Kot und Gülle zusammenkommen.

Dieses Pinkeltraining habe er noch nicht angewendet. Dazu fehlten ihm die Räumlichkeiten, sagt Henk Blok. Der Kuhtrainer kennt sich mit den Tieren besonders gut aus. Mit speziellem Lockfutter hat er seinen Milchkühen aber beigebracht, das Melkkarussel zu benutzen. Er sagt, Kühe könnten wahnsinnig viel lernen. Als Beispiele nennt er: "Man kann Kühen auch beibringen, am Strick zu gehen. Man kann Kühen beibringen, Radio zu hören."

"Wir trainieren unsere Kühe, dass sie freiwillig zum Melken gehen, indem wir Lockfutter anbieten, was wahnsinnig gut schmeckt. Deswegen gehen die freiwillig 24 Stunden am Tag in diesen Roboter rein."
Henk Blok, Kuhexperte und Kuhtrainer

Wahllos hinterließen Kühe ihre Haufen dort, wo es ihnen gefällt. Henk Blok sagt: "Denen ist es scheißegal. Die scheißen überall hin." Kühe seien also nicht so reinlich wie Schweine, wenn Kühe aber ihr Geschäft auf der Wiese machten, fräßen sie stets um diese Stelle herum, berichtet Henk Blok. Er sagt über die Kuh und die Kuhhaufen auf der Wiese: "Die frisst immer drum herum. Da sieht man irgendwann überall die Büsche stehen. Dann weiß man genau, dass da ein Kothaufen liegt."

Mutterkühe leben die Idylle

Grundsätzlich müsse man sich Mutterkühe als glückliche Tiere vorstellen, sagt Henk Blok. Er beschreibt deren Alltag als ruhige Idylle: "Mutterkühe laufen immer auf der Wiese herum und ziehen ihr Kalb groß und werden nach neun Monaten getrennt. Dann ist die Kuh wieder trächtig und bekommt das nächste Kalb."

"Mutterkühe haben natürlich ein sehr, sehr entspanntes Leben."
Henk Blok, Kuhexperte und Kuhtrainer

Mit seinen Milchkühen müsse er aber Geld verdienen und versuche, das Glück der Mutterkühe so gut wie möglich nachzubilden. Seine Mittel dafür: das beste Futter, die besten Liegeboxen, Klauenpflege und Wasser satt.

Glückliche Tiere, glänzendes Fell

Das mache die Tiere rundum glücklich und meistens dankten sie es dann dem Halter mit guten Milcherträgen. Das Glück der Wiederkäuer lasse sich übrigens gut am Äußeren erkennen. Eine gute Fellfarbe deute auf ein zufriedenes Tier hin.

"Eine Kuh, die glänzend aussieht, ist meistens top in Schuss. Am Fell kann man viel von der Kuh ablesen."
Henk Blok, Kuhexperte und Kuhtrainer