Riesige Hunde, die in einem winzigen Verschlag leben, vernachlässigte Meerschweinchen: Manche Haustiere dürfen einfach nicht bei ihren Besitzern bleiben. Dann landen sie im Tierheim DRadio-Wissen-Reporter Martin Krinner hat sie besucht.

Duman ist ein Kangal, ein türkischer Herdenschutzhund. Wenn er sich auf die Hinterbeine stellt, ist er größer als DRadio-Wissen-Reporter Martin Krinner, und der ist 1,82 Meter groß. Duman, der Hund, lebt im Tierheim im Kölner Stadtteil Dellbrück. Warum er dort gelandet ist? Weil der Riese Duman in einem kleinen Verschlag in einem Hinterhof leben musste und ständig gebellt hat. Die Nachbarn haben dann das Veterinäramt angerufen.

"Nicht selten bekommen wir auch Kangals, die auf dem Balkon gehalten werden - vierte, sechste Etage. Auch im Keller werden manche gehalten, leider Gottes manchmal unter sehr schlechten Bedingungen."

In diesem Tierheim leben 130 Hunde, 70 Katzen, 40 bis 80 Kaninchen und darüber hinaus noch Hamster, Ratten, Meerschweinchen, Degus oder Chinchillas. Manche Besitzer geben ihre Tiere selber ab, in anderen Fällen stellt das Veterinäramt fest, dass Haustiere nicht artgerecht gehalten werden, unterernährt oder ungepflegt sind. Häufig rufen Nachbarn das Veterinäramt an. Gelegentlich entpuppt sich die Sache aber auch als Feindschaft zwischen den Nachbarn und den Tieren geht es prima.

Vernachlässigte Meerschweinchen

Vor wenigen Wochen mussten sich die Mitarbeiter um einen traurigen Fall kümmern: Ein Messi hatte sich das Leben genommen. In der Wohnung hatten sich unter all dem Müll Meerschweinchen vermehrt. Seit Monaten, vielleicht seit Jahren. Zunächst hat es lange gedauert, bis sie alle Tiere in der Wohnung gefunden hatten waren und dann waren die auch noch krank.

"Und diese Meerschweinchen waren sehr aufwändig wieder gesund zu kriegen, weil die hatten Pilze auf der Haut, die hatten Bakterien, die hatten Parasiten. Also das war Wahnsinn."