Militante Tierrechtler zünden Ställe an, wenn keine Tiere drin sind, zerstören Fleischlastwagen oder schreiben Drohbriefe an Jäger und Pelzhändler. Gewalt gegen Menschen und Tiere ist aber Tabu.

Greta Taubert sagt, es gehe nicht darum Tiere gut zu halten und sie nicht leiden zu lassen, sondern es geht darum dass Tiere dem Menschen als gleich(wertig) gegenüber gestellt werden. Tiere zu nutzen ist nach Meinung der Tierbefreier vergleichbar mit der Ausbeutung von Menschen mit schlechten Arbeitsbedingungen oder Lebensverhältnissen. Die Szene der Tierbefreier in Deutschland wird auf 500 bis 1000 Personen geschätzt.

"Keiner der Aktivisten, die ich getroffen habe, glaubt, dass es das alleinige Mittel ist, um sich eine Welt zu erstreiten, wie sie sie sich vorstellen."
Greta Taubert, Journalistin

Die radikalen Aktionen müssen aber nach Gretas Meinung im Zusammenhang damit gesehen werden, dass vorher Flyer in Fußgängerzonen verteilt wurden und mit Demonstrationen auf die Missstände aufmerksam gemacht wurde. "Wenn man Recherchen darüber macht, wie Hühner in engsten Ställen verenden, wenn man Berichte schreibt, wie Schweine mit Medikamenten vollgepumpt werden, wenn man täglich erzählt, wie Robben sterben, aber es ändert sich einfach nichts, dann wird die Wut sehr sehr groß", sagt Greta über die Beweggründe der Aktivisten.

"Bisher sind nur wenig Anschläge aufgeklärt worden, und so gut wie kein Täter ist verurteilt worden."
Greta Taubert, Journalistin

Greta hat eine Weile in der Szene recherchiert. Es war gar nicht so einfach, bis sie mit Aktivisten sprechen konnte, die zum Beispiel Ställe anzünden. Die Tierrechtler sind ähnlich wie die RAF oder andere linke Terrorgruppen in kleinen Zellen oder Kommandos organisiert, die lose unter dem Titel "Animal Liberation Front" versammelt sind. Die Zellen kennen sich nicht untereinander, es gibt keine gemeinsame Jahresversammlung, es gibt nur das gemeinsame Ziel, Tiere zu befreien.

Mehr zu Tierbefreiern im Netz

  • Die vegane Armee Fraktion | Greta Taubert und Christian Fuchs haben ihre Recherchen in einem Dossier für die Zeit aufgeschrieben.