Wenn ein Nutztier verendet, wird es nicht nur einfach verbrannt, sondern jeder verwertbare Teil wird genutzt, um Tiermehl und Ersatzbrennstoffe herzustellen.

Rainer Berndt betreibt einen Familienbetrieb für Tierverwertung im oberbayrischen Oberding. Landwirtschaftliche Nutztiere und Haustiere, die verendet sind, werden hier zu Tiermehl oder Biodiesel weiterverarbeitet. Wenn ein Tier stirbt, rufen Landwirte das Unternehmen ab, damit es den Tierkadaver innerhalb von 48 Stunden abholt. Auch Reste aus Schlachtereien werden verwertet. Verendete Tiere werden gehäutet und die Haut wird verkauft, so kann ein Teil der entstehenden Kosten gedeckt werden. Was übrig bleibt, wird maschinell zerkleinert und aufwendig sterilisiert. Am Ende entsteht ein Fleischbrei, der getrocknet wird. Aus dem getrockneten Fleischbrei wird einerseits Tiermehl gewonnen. Das wiederum wird als Ersatzbrennstoff genutzt und hat den gleichen Brennwert wie Braunkohle. Aus dem Fleischbrei wird auch Tierfett gewonnen, das bei der Herstellung von Biodiesel oder als Heizölersatz verwendet wird. Auf diese Weise verarbeitet die Firma pro Jahr 26.000 Tonnen Tierkadaver. Rainer Berndt erzählt im Interview nicht nur vom Nutzen der Tierverwertung, sondern auch von ihrer Notwendigkeit, um beispielsweise Seuchen zu vermeiden.