Der Elch kommt nach Deutschland. Über die polnische Grenze. Dort gibt es sehr viele Elche, bei uns wurden im letzten Jahr schon 20 Tiere gesehen. Das klingt nach wenig, aber einige Experten schätzen, dass die Elche in naher Zukunft zur Tierwelt in Deutschland gehören.

Möglicherweise müssen für etwas Schweden-Feeling bald nicht mehr zu Ikea fahren, sondern in die neuen Bundesländer. An die Mecklenburger Seenplatte, nach Vorpommern, oder die Lausitz. Denn dort sind die ersten Elche gesehen worden.

Die Elche kommen aus Polen. Konkret handelt es sich um den Europäischen Elch und davon gibt es in unserem Nachbarland 28.000. Vor zwei Jahren waren es nur 16.000, der Elch vermehrt sich also ganz schön und braucht mehr Platz. Deshalb kommt er zu uns. Laut Thünen-Institut gibt es in Deutschland drei Elche.

"Jeder dieser Elche bewegt sich in der Regel 15 Kilometer am Tag. Futtert 10 bis 20 Kilogramm Knospen, Blätterchen, Kräuterchen und frische Triebe und bringt 500 Kilo auf die Waage."
Sebastian Döring (DRadio Wissen)

Vom Boden bis zur Schulter misst ein Elch 2,30 Meter - ist also deutlich kräftiger als der Rothirsch und ist obendrein ein super Schwimmer und Taucher. Im Vergleich zum weit verbreiteten Rothirsch oder zum Wildschwein richten Elche übrigens kaum nennenswerte Schäden an. Bei der Deutschen Wildtier Stiftung ist man überrascht, dass der Elch nach Deutschland zurück gekommen ist.

"Vor einigen Jahren konnten wir uns nicht vorstellen, dass sich der Elch in unserer Kulturlandschaft wieder ansiedelt. Beim Wolf aber genauso."
Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung über den Elch

Experten schätzen, dass der Elch in zehn Jahren in einigen Bundesländern Teil unserer Tierwelt sein wird. Aber selbst dann wird eine Begegnung mit ihm recht selten sein, denn das Tier ist scheu. Elche wittern feiner als Hunde und hören den Menschen über eine Entfernung von drei Kilometern und hauen ab. Wenn er dann aber doch mal vor uns steht: keine Panik. Einfach nicht bedrängen. Allerdings: ein Bulle in der Brunft oder ein Muttertier mit Kalb könnten schon aggressiv reagieren.