Rund 5800 Säugetier-Arten gibt es auf der Welt, über 1200 davon gelten als gefährdet. Immer wieder sterben Arten aus, so wie nun das Sumatra-Nashorn in Malaysia. Mit Zuchtprogrammen und Auswilderung versuchen Zoos bei einigen Arten gegenzusteuern.

Auf Borneo in Malaysia ist das letzte Sumatara-Nashorn gestorben. Aktuell gibt es Sumatra-Nashörner nur noch in Indonesien. Auf rund 80 Tiere wird der Bestand geschätzt. Aber insgesamt sterben mehr Tiere als geboren werden. Darum arbeiten der WWF und andere Naturschutzorganisationen daran, Sumatra-Nashörner einzufangen und zu züchten.

Züchten in Gefangenschaft

Das Problem dabei: Sumatra-Nashörner zu züchten ist extrem schwierig, wie Volker Homes, Geschäftsführer des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ) berichtet. Dem Zoo in San Diego (USA) sei es einmal gelungen. Viele Tiere entwickelten jedoch Krankheiten und seien nicht mehr fruchtbar - auch in der Wildnis.

"Erhaltungszuchtprogramme können einen starken Beitrag dazu leisten, dass Arten auch langfristig über Generationen in menschlicher Obhut überleben können."
Volker Homes, Geschäftsführer des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ)

Dabei sei das Ziel solcher Zuchtprogramme immer die Erhaltung der Art, sagt Volker Homes. Gleichzeitig gelte es aber auch, die natürlichen Lebensräume der Tiere zu bewahren. Nur dann bestehe die Chance, sie wieder in die Wildnis zu entlassen. Und dort gehören sie nach Meinung des Biologen auch hin.

"Wir wollen nicht nur die Tiere in Zoos zeigen, das ist überhaupt nicht unser Ziel!"
Volker Homes, Geschäftsführer des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ)

Überleben der Arten sichern

Volker Homes sieht natürlich, dass es für viele Tiere - gerade für Großtierarten wie Büffel, Giraffen oder die Großkatzen "eng wird da draußen". Zoos könnten zwar das Überleben dieser Arten sichern. Besser sei es aber noch, wenn alle daran mitwirken würden, das Überleben dieser Tiere in der freien Wildbahn zu schützen.

"Wir rechnen damit, dass es mindestens 10 Millionen Arten auf der Welt gibt. Nur bei maximal 100.000 davon weiß man überhaupt, welchen Bedrohungsstatus sie haben."
Volker Homes, Geschäftsführer des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ)

Wie viele Tierarten überhaupt bedroht sind, das wissen auch die Wissenschaftler nicht genau. Nur bei einem Bruchteil der Tiere kenne man den "Bedrohungsstatus" überhaupt. Gerade in der Welt der Insekten gibt es viele unbekannte Arten. Vergleichsweise wenig wisse man auch über viele Meerestiere: "Da haben wir überhaupt keine Ahnung, wie die sich fortpflanzen", so Volker Holmes.

In "menschlicher Obhut" und in Züchtungsprogrammen hätten die Zoos vorrangig Säugetiere, Vogel- oder auch Reptilienarten.

Wilde Wisente und Wölfe

Dass Züchtung und Auswilderung funktionieren kann, das hätten Zoos in der Vergangenheit schon bewiesen. Als Beispiel nennt Volker Homes das Europäische Wiesent oder das Przewalski-Pferd, das in der Mongolei zu Hause ist.

"Wenn man das richtige tut im Naturschutz, dann haben auch die Arten, die lange ausgestorben waren, wieder eine Chance."
Volker Homes, Geschäftsführer des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ)

Es sei immer traurig und tragisch, so Volker Homes, wenn eine Art verschwindet. Aber es gebe auch positive Beispiele: Dass etwa Wölfe und Elche wieder zurückkommen nach Europa, freut ihn sehr.