Tornados fräsen sich nicht nur durch die USA, sondern immer öfter durch Deutschland. Ein Experte erklärt, wie wir sie erkennen – und was wir am besten machen, wenn einer in der Nähe ist.

Gewitter, Hagel und Sturm – so kennen wir Unwetter hierzulande. Tornados kommen in Deutschland zwar eher selten vor, die Gefahr steigt jedoch mit zunehmender Klimakrise. Pro Jahr werden hierzulande zwischen 20 und 80 Tornados registriert, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Johannes Döbbelt.

"Tornados in Deutschland können ordentlich Schaden anrichten und zum Beispiel Dachziegel vom Dach holen, Äste durch die Gegend wirbeln oder Autos beschädigen."
Deutschlandfunk-Nova-Reporter Johannes Döbbelt über Tornados in Deutschland

Die sind nicht alle so zerstörerisch, wie wir das aus den USA kennen, aber sie können auch hierzulande Schäden an Häusern, Autos oder Wäldern anrichten.

Wie wir Wirbelstürme erkennen können

Andreas Friedrich ist Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst und sagt, dass wir die Wirbelstürme am besten erkennen können, wenn wir Richtung Himmel schauen. "In vielen Fällen erkennt man unterhalb der Wolke einen kleinen, dünnen, nach unten reichenden Wolkenschlauch", sagt er. "Das ist dann die höchste Gefahr. Denn das ist schon ein Ansatz von einem Tornado."

Zum Glück ist es nicht so, dass ein Wirbelsturm, wie es oft in Filmen zu sehen ist, in einem riesigen Umkreis alles mit sich reißt, sondern das lokal sehr begrenzt ist, sagt Johannes Döbbelt. "Wenn man nur einen Kilometer von diesem Tornado-Schlauch entfernt ist, passiert einem in der Regel nichts", sagt Andreas Friedrich.

Wie wir uns verhalten, wenn ein Tornado auf uns zukommt

Falls es doch zum Ernstfall kommen sollte, helfen ein paar Verhaltenstipps:

  • Einfach, aber wichtig: Besser drinnen als draußen aufhalten.
  • Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt, am besten in den Keller zu gehen. Dort ist man vor Tornados am sichersten.
  • Wer keinen Keller hat, der sollte im Erdgeschoss bleiben und sich dort möglichst weit weg von Fenstern aufhalten.
"Am besten ist es, sich einen Platz in der Mitte des Hauses, zum Beispiel im Flur oder in einem fensterlosen Badezimmer zu suchen."
Deutschlandfunk-Nova-Reporter Johannes Döbbelt
  • Wer draußen im Auto unterwegs ist und nirgendwo rein kann, der sollte möglichst wegfahren. "Sicher ist man im Auto nicht", sagt der Deutschlandfunk-Nova-Reporter.
  • Wer zu Fuß unterwegs ist und nicht mehr wegkommt, der sollte sich flach und mit dem Gesicht nach unten in eine Mulde oder in einen Graben legen.
  • Brücken sollten auf jeden Fall gemieden werden, denn auch dort gibt es die Gefahr, dass der Tornado Teile runter wirbelt.