Der Tod von Queen Elizabeth II. wurde als erstes bei Twitter verkündet. Danach wurde die royale Homepage temporär auf die Todesnachricht reduziert. Die Queen im Netz und ihr Verhältnis dazu – wir schauen zurück.

Nach dem Tod der Queen laufen die kommenden zehn Tage im Vereinigten Königreich bis zur Beisetzung der Königin streng nach Drehbuch ab – das betrifft auch die digitalen Abläufe.

Die Öffentlichkeit wurde gestern als erstes via Social Media über den Tod der Königin informiert. Auf dem offiziellen Account der Royal Family war die Nachricht früher zu sehen als auf vielen Nachrichtenseiten. Der Tweet ist auf dem besten Weg, einer der meistgeklickten Tweets der Geschichte zu werden, sagt
Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter Andreas Noll.

Inzwischen sind es weit über zwei Millionen Likes und hunderttausende Retweets.

Beileidsbekundungen bei Facebook

Die offizielle Homepage des britischen Königshauses war nach dem Tod der Queen für mehrere Stunden auf die Todesnachricht reduziert. Auch das gehört zum festgelegten Ablauf. In der Nacht von gestern auf heute wurde die Homepage dann in veränderter Aufmachung aber wieder zugänglich gemacht.

Jetzt sind dort unter anderem Hintergrundinformationen zum neuen König Charles III. und seiner Frau zu finden – außerdem ein Rückblick auf Leben und Regentschaft der Queen und ein digitales Kondolenzbuch. Ihre Beileidsbekundungen hatten aber schon vorher zehntausende Menschen auf der Facebook-Präsenz der königlichen Familie hinterlassen.

Kriminelle posten Malware

Die weltweit große Aufmerksamkeit rund um den Tod der Queen hat auch Kriminelle angelockt. Schon kurz nach der Bekanntgabe ihres Ablebens wurden auf der Facebookseite der Königin in den Kommentaren Malware gepostet – zum Beispiel Youtubelinks mit angeblichen Informationen über ihren Zustand kurz vor ihrem Tod. Wer sie anklickt, lädt sich Schadsoftware auf den Computer.

"Die weltweit große Aufmerksamkeit rund um den Tod der Queen hat sofort auch Kriminelle angelockt."
Andreas Noll, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

In Zeiten der Corona-Pandemie war die Queen gerade in ihren letzten Jahren gezwungen, sich mit Zoom, Teams und Co. auseinanderzusetzen. Mit Videocalls hielt sie Kontakt nicht nur zu ihrer Familie, sondern auch zu ihren Mitarbeitenden.

Royal Zoom - und eine der ersten E-Mails

Als Videokonferenzen noch lange nicht zum Alltag gehörten, zählte die Queen zu den ersten Menschen der Welt, die eine E-Mail verschickt haben, als sie eine Forschungseinrichtung in ihrem Land besuchte.

Auch mit der Internetpräsenz war die in vielen Belangen träge Monarchie fortschrittlich, sagt Andreas Noll. Bereits 1997 ging die königliche Familie ins Netz – deutlich früher als viele britische Zeitungen zum Beispiel. Schon 2007 gab es den ersten Youtube-Kanal der Royals. Nicht ganz so schnell war die Königin aber mit Twitter. Ihren ersten Tweet verschickte sie 2014.

Unsterblich durch Memes

Unsterblich bleiben wird Elizabeth II. im Netz durch ihre Memes. Gerade in den letzten Jahren – vor allem anlässlich des 70. Thronjubiläums der Queen – ist deren Zahl geradezu explodiert.