Acht Vollstreckungen bis zum Ende des Monats - im US-Bundesstaat Arkansas hat man es mit den Hinrichtungen sehr eilig, weil ein Medikament abläuft.

Noch am heutigen Montag (24.04.) sollen zwei zum Tod verurteilte Mörder in Arkansas mit der Giftspritze hingerichtet werden: Jack Jones und Marcel Williams haben sich beide als schuldig bekannt. Ihre Anwälte kämpfen aber dafür, dass die Hinrichtung ausgesetzt wird. Sie sagen: Midazolam, eines der verwendeten Medikamente, könnte zu einem qualvollen Tod führen.

"Im Grunde genommen erstickt man innerlich."
Mark Benecke​, Kriminalbiologe

Bereits am Donnerstag war Ledell Lee mit diesem Medikament sediert worden, bevor die anderen, tödlichen Medikamente folgten. Seine Hinrichtung dauerte insgesamt etwa 12 Minuten - es war die erste Hinrichtung in Arkansas seit 2005.

Weil Ende des Monats die Midazolam-Vorräte in Arkansas ablaufen, planen die Behörden dort eine Art Hinrichtungs-Welle: Insgesamt acht Vollstreckungen wurden angesetzt, einige haben Gerichte aber inzwischen gestoppt. "Man möchte alles rechtlich ganz sauber machen", sagt Kriminalbiologe Mark Benecke, und so erklärte auch der Gouverneur von Arkansas, ihm seien die Hände gebunden. Er müsse sich an das Verfallsdatum der Medikamente halten.

Erst betäubt, dann getötet

Seit 1982 gibt es in einigen Bundesstaaten der USA die Hinrichtung durch die Giftspritze. Sie soll angeblich humaner sein als der elektrische Stuhl oder andere Hinrichtungsarten. Dabei wird der Verurteilte auf ein Brett geschnallt und an Händen und Füßen fixiert. Über einen Zugang werden dann die Medikamente gespritzt. Bei Ledell Lee, der vergangene Woche hingerichtet wurde, waren das das Betäubungsmittel Midazolam, dann zur Atemlähmung Vecuronium und danach Kaliumchlorid, damit das Herz aufhört zu schlagen.

"Ein Schmerzmittel soll dazu führen, dass derjenige nichts spürt - was aber immer sehr fraglich ist: Viele Betroffene sind sehr beleibt oder Substanz-abhängig im Knast, das ist gar nicht so einfach."
Mark Benecke​, Kriminalbiologe

Viele zu Unrecht hingerichtet

Als "humane" Methode will Mark Benecke die Todesstrafe nicht bezeichnen. Schon allein wegen der Fehlerquote bei der Verurteilung: Hunderte sind laut Amnesty International in den USA zu Unrecht hingerichtet worden. "Das ist eine unglaublich hohe Quote von bewiesen unschuldigen Menschen", sagt Mark Benecke. 

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