Haben Trauermücken eine Topfpflanze einmal befallen, können sie schnell zur Plage werden und die Pflanze stirbt im schlimmsten Fall ab. Einige natürliche Mittel können dagegen helfen.

Sie sind klein, schwarz und oft nicht alleine unterwegs: Trauermücken. Während Fruchtfliegen, denen sie ähnlich sehen, gerne über Obst herumschwirren, bevorzugen Trauermücken Pflanzen.

Vor allem mögen sie es feucht. In der feuchten Erde von Topfpflanzen nisten sich die kleinen Mücken ein und legen dort ihre Eier ab. Auf ein Trauermückenweibchen können bis zu 200 Eier kommen. Und wenn die einmal da sind, sind sie überall, berichtet Deutschlandfunk-Nova-Reporter Henri Sarafov aus eigener Erfahrung.

"Bei uns war es so, dass wir kein Glas Wasser länger als eine halbe Stunde stehen lassen konnten, weil sonst direkt welche darin herum geschwommen sind."
Henri Sarafov, Deutschlandfunk Nova

Larven fressen Wurzeln

Auch wenn es sich bei den Zweiflüglern um Mücken handelt, sind sie für Menschen und Tiere ungefährlich – für Pflanzen allerdings weniger. Die in der Erde abgelegten Larven der Mückenweibchen fressen nämlich die Wurzeln der Pflanze, wodurch sie später von Pilzen befallen können. Oft kann die Pflanze nicht mehr gesund wachsen und stirbt im schlimmsten Fall ab.

Häufig sind die Trauermücken schon in der Blumenerde, die wir neu kaufen oder in der Topfpflanze. Die kleinen Zweiflügler können aber auch von draußen kommen. Damit sie sich nicht weiter in der Erde einnisten, sollte zu allererst Staunässe vermieden werden, weiß Deutschlandfunk-Nova-Reporter Henri Sarafov.

"Wenn du deine Pflanzen nicht zu häufig gießt und Staunässe vermeidest, nisten sie sich nicht so gern ein."
Henri Sarafov, Deutschlandfunk Nova

Lebendfalle Gelbsticker-Klebefalle

Haben sich die Trauermücken schon stark ausgebreitet, können zum Beispiel sogenannte Gelbsticker-Klebefallen helfen. Die etwa zehn Zentimeter langen harten Blättchen sind beidseitig mit Leim beschichtet und kommen in den Pflanzentopf. Die gelbe Farbe zieht die kleinen Mücken an und der Leim hält sie fest.

Nematoden als natürlicher Fressfeind

Zusätzlich können Nematoden helfen. Das sind Fadenwürmer, die kleiner als einen Millimeter groß sind. Ähnlich wie die Trauermücke selbst sind die Fadenwürmer für Menschen und Tiere unbedenklich. Nematoden sind aber die natürlichen Fressfeinde der Trauermücken.

Die Fadenwürmer dringen in die Eier der Mücken ein und geben dort ein Bakterium ab, das die Larven abtötet. Gibt es keine Larven mehr, überleben auch die Nematoden nicht und zersetzen sich mit der Zeit in der Erde. Als Trauermückenfalle werden die Fadenwürmer mit Wasser vermischt und anschließend über die Topfpflanze gegossen.

Neemöl im Gießwasser

Eine andere Alternative ist Neemöl. Ähnlich wie die Fadenwürmer wird auch das pflanzliche Öl mit dem Gießwasser vermischt, um die Pflanze damit zu bewässern oder ihre Erde und Blätter mithilfe einer Sprühflasche zu befeuchten. Neemöl enthält den Wirkstoff Azadirachtin, durch den die Trauermücken absterben, aber nicht die Pflanze.

Blumenerde vorher erhitzen

Bei Henri Sarafov hat das Neemöl auch nach drei Wochen nicht gegen die Trauermücken geholfen. Um eine Plage zu vermeiden, lohnt es sich, qualitativ hochwertige Blumenerde zu kaufen, sagt er, am besten aus einer Gärtnerei.

Darüber hinaus hilft es, die Erde vor dem Eintopfen für eine Minute in der Mikrowelle oder für etwa eine halbe Stunde bei 80 Grad im Backofen zu erhitzen. Das soll die Larven abtöten.