Fußballschauen bedeutet Stress. Zumindest für richtige Fans, die total mitfiebern. Für die kann so ein Spiel gefährlich werden: Sie könnten sogar während eines Spiels einen Herzinfarkt erleiden. Wenn sie zur Risikogruppe gehören.

Während der WM 2006 hatten deutsche Krankenhäuser mit einem Problem viel häufiger zu tun als sonst. Vor allem während der Deutschlandspiele kamen fast drei Mal so viele Patienten mit akuten Herzproblemen in die Klinik wie sonst. Das haben Wissenschaftler der LMU München herausgefunden. 

Herzinfarkt durch Stress beim Zuschauen

Vor allem Männern war der Stress beim Zuschauen zu viel. 2006 war ein besonders heißer Sommer, aber das alleine begründet den Anstieg der Herzpatienten in den Krankenhäusern nicht. Schuld daran ist natürlich nicht der Fußball selbst. Sondern der Stress, den das Mitfiebern auslöst.

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Für gesunde Menschen ist Fußballschauen völlig harmlos. Aber: Bei herzkranken Menschen könne dieser emotionale Stress lebensbedrohlich werden. Bei Männern steigt das Risiko ab dem 45., bei Frauen ab dem 55. Lebensjahr, sagt Thomas Meinertz, der Vorsitzende der Deutschen Herzstiftung.

"Statistisch gesehen ist das ein relativ geringes Risiko, aber es ist natürlich ein Risiko, was man vermeiden kann. Und der Rat, dann gucken sie das besser nicht, ist meiner Meinung nach völlig an der Realität vorbei."
Thomas Meinertz, der Vorsitzende der Deutschen Herzstiftung​

Wer von seinen Herzproblemen weiß, oder auch mit seinen Eltern gucken will, der sollte darüber nachdenken, vorher zum Arzt zu gehen, um die Medikamente für die WM-Spiele anders einzustellen. 

Tipps:

Nicht den ganzen Tag auf der Couch hocken
Nicht zu viel Alkohol trinken
Knackige Gemüseschnitze mit Quark statt Chips

Thorsten Gräsner, Experte für Notfallmedizin bei der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin, sagt: Lieber nicht alleine schauen. Und falls etwas passiert, sofort die 112 wählen und dann pumpen, also eine Herzdruckmassage. Am besten 120 bpm - im Rhythmus von "Staying Alive" von den Bee Gees.

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