Schluss, aus, vorbei: Angelina Jolie und Brad Pitt trennen sich, und das Netz hat Schnappatmung. Die einen sind furchtbar traurig, die anderen sind voll Spott und Häme. Warum reagieren wir eigentlich so heftig auf diese Story?

Zwölf Jahre waren Angelina Jolie und Brad Pitt das Traumpaar Hollywoods. Jetzt hat sie die Scheidung eingereicht - und das Netz flippt total aus:

Für viele Menschen ist das ein Schock. Und das, obwohl sie die beiden gar nicht kennen. "Das hat natürlich viel mit Sympathie zu tun", sagt die Psychologin Yvonne Keßel: "Beide sind Menschen, die uns schon eine ganze Weile begleiten und in den Medien präsent sind."

"Da laufen ganz häufig Identifikationsprozesse bei uns ab. Das ist, als würde man die so ein Stück weit kennen."
Yvonne Keßel

Wenn wir die beiden dann auch noch mögen, fühlen wir umso stärker mit, wenn ihnen etwa negatives passiert, so die Psychologin Keßel.

Mitgefühl vs. Spott und Häme

Es kann einem selbst durchaus unangenehm sein, festzustellen, wie stark das Mitgefühl für eigentlich fremde Menschen ist, aber das ist ein Stück weit normal. Wären uns die beiden nicht so bekannt und sympathisch, wäre das Mitgefühl auch nicht so stark ausgeprägt, sagt Yvonne Keßel.

Auf der anderen Seite jauchzen viele Menschen im Netz vor Schadenfreude. Wie ist dieses Gefühl zu erklären?

Die klassische Schadenfreude ist eine ganz normale Reaktion, die aber auch mit Neid zu tun hat, so Keßel: "Neid gepaart mit persönlicher Abneigung führt schnell zur Schadenfreude" Aber: "Schadenfreude sagt schon etwas über die eigene Person aus."

"Schadenfreude entwickelt sich auch nur dann, wenn ich mich irgendwie mit einer Person vergleiche und die Person in Bereichen besser abschneidet, die ich persönlich als wichtig empfinde. Zum Beispiel Geld."
Yvonne Keßel, Psychologin