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Das Umweltministerium hat eine Wasserstrategie vorgestellt, damit wir auch in 30 Jahre noch ausreichend Trinkwasser haben. Die Ideen sind nicht revolutionär-innovativ, könnten aber helfen.

Im Normalfall kommt Trinkwasser aus der Leitung – in Privathaushalten aus der kleineren, in Unternehmen aus der größeren. Klimawandel und fortdauernde Verschmutzung – beispielsweise durch Stickstoffverbindungen – greifen massiv in den Wasserkreislauf ein. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat ein Konzept zur Sicherung der Versorgung mit Wasser und zur Wahrung seiner relativen Reinheit vorgestellt.

An einigen Orten in Deutschland ist das Trinkwassernetz während der heißen Sommer in den vergangenen drei Jahre an seine Grenzen geraten. Zwar ist Deutschland insgesamt ein wasserreiches Gebiet, die Verfügbarkeit von Wasser ist allerdings hierzulande je nach Region sehr unterschiedlich.

Regenarmut und regionale Trockenheit

Zeitweise kam in Brandenburg und Sachsen-Anhalt mancherorts kein Wasser aus dem Hahn, weil das Wassernetz überlastet war. Regenarmut hat die Situation dann teilweise noch verschärft. Strukturell ist der Wasserverbrauch aber in allen Bereichen in den letzten Jahrzehnten bereits stark zurückgegangen.

"Manche Regionen sind eben jetzt schon sehr trocken, Brandenburg und Sachsen-Anhalt zum Beispiel."
Verena von Keitz, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Das Umweltministerium schlägt verschiedene Maßnahmen vor:

  • Wasserbedarfe jeweils exakter ermitteln.
  • Wasserversorgungsnetz modernisieren und ausbauen.

Beispielsweise sollen Fernleitungen zwischen verschiedenen Wasserverbünden die Versorgung sicherer machen. Bei der Versorgung könne außerdem eine Art Rangsystem der verschiedenen Verbrauchszwecke greifen: mit privaten Haushalten und ökologischem Bedarf für Pflanzen und Tiere an erster Stelle. Die Versorgung der Industrie wäre hier nachgeordnet.

"Bei akuter Wasserknappheit könnt es eine Art Priorisierung geben. Wer darf zuerst Wasser haben, und wer erst später?"
Verena von Keitz, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Aus dem Ministerium kommt die Idee, den privaten Verbrauch über sogenannte smarte Tarife zu steuern. Dann wären beispielsweise zeitabhängige Tarife möglich, sodass nachts das Wasser billiger ist beispielsweise.

Stadtplanung: Versickern als Ziel

Günstig für Trinkwasserqualität und Menge ist es, dass nicht zu viel Wasser verloren geht und Niederschläge die Chance haben, ins Grundwasser zu gelangen. Im Rahmen der nationalen Wasserstrategie soll das Konzept von sogenannten Schwammstädten gefördert werden.

Das dient einerseits der Auffrischung des Grundwassers, andererseits der Kühlung durch Verdunstung. Dafür müssten möglichst große Flächen entsiegelt werden und auch möglichst dicht bepflanzt werden. Entsiegeln heißt, dass Wasser nicht baulich am Versickern gehindert wird.

"Städte sollen so geplant werden, dass bei Starkregen viel Regen im Boden aufgenommen werden kann"
Verena von Keitz, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin