John Grosser hat aus Deutschland erst den Wahlkampf von Bernie Sanders unterstützt, dann den von Hillary Clinton. Jetzt heißt der Präsident Donald Trump. Welche Erwartungen hat John an den neuen Präsidenten der USA?

Den Wahlkampf haben seine Kandidaten verloren. Trotzdem kann John Grosser der Entwicklung in den USA etwas Gutes abgewinnen. Er beobachtet zum Beispiel, dass sich viele Menschen bereits jetzt engagieren. Linke Organisationen hätten vermehrt Zulauf von Freiwilligen und viel mehr Spenden erhalten.

John glaubt auch, dass die USA damit leben können, wenn etwas mehr republikanische Politik gemacht wird. Womit die USA allerdings nicht leben könnten, wäre ein Präsident, der diese Politik radikal und unüberlegt einsetzt. Vor allem die Twitter-Nutzung von Trump macht John Grosser Sorgen.

"Dieser Staatsführer eines anderen Landes hat etwas Böses über mich gesagt. Anstatt da diplomatisch vorzugehen, schreibe ich auf Twitter, wie doof ich ihn finde. Vor sowas hab ich große Angst."
John Grosser über seine Hoffnungen und Ängste unter einem Präsidenten Donald Trump

Für den Wahlkampf seiner demokratischen Kandidaten hat sich John Grosser quer durch die USA telefoniert. Er hat den Eindruck, dass Trump vor allem unter Beweis stellen muss, dass er das Land wirklich führen kann. Für John geht es da nicht darum, dass seine Politik jedem gefällt. Aber er wünscht sich für Amerika einen stabilen Präsidenten, der das Land nicht ins Chaos stürzt.

Obama-Care als Schlüsselthema

Spannend findet John auch, wie Trump mit Obama-Care umgeht. Nachdem er zunächst angekündigt hatte, Obama-Care nach Amtsantritt komplett abzuschaffen, sollen jetzt Teile des Programms doch erhalten werden. Ein Thema, das auch in der Trump-Wählerschaft sehr kontrovers diskutiert wird, sagt John.

"Wie Trump mit Obama-Care umgeht, wird eine seiner größten Hürden."
John Grosser hat aus Deutschland Wahlkampf für die demokratischen Kandidaten gemacht

Als Politik-Neuling ist Donald Trump auf gute Berater angewiesen, findet John, und er muss sich kompromissbereit im Kongress zeigen. Trotzdem ist John zuversichtlich. Er hat Vertrauen in das politische System in den USA und das System der Checks and Balances. Und glaubt: der Schaden, den Trump anrichten kann, ist begrenzt.

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