Hodenkrebs ist die häufigste Erkrankung mit einem bösartigen Tumor bei Männern im Alter zwischen 20 und 44 Jahren. Das Abtasten des Hodensacks kann helfen, die Krankheit frühzeitig zu erkennen. Worauf wir dabei achten müssen, erklärt der Urologe Jann Cremers.

Pro Jahr werden in Deutschland etwa 4000 neue Fälle diagnostiziert. Hodenkrebs ist in den meisten Fällen – feingeweblich gesehen – ein Keimzelltumor. Keimzellen sind die, mit denen wir uns fortpflanzen, aus denen später die Samenfäden werden beim Mann.

"Gerade im jungen Alter werden die Keimzellen besonders aktiv. Man geht davon aus, dass bei den Männern, in den jungen Jahren die Hodentumoren häufiger auftreten, weil dort möglicherweise eine falsche, genetische Programmierung vorliegt."
Jann Cremers, Urologe

Auf kleine Veränderungen achten

Männer, die ihre Hoden abtasten, sollten darauf achten, ob sie eine Veränderung spüren. Wenn sie einen Knoten ertasten oder aus anderen Gründen unsicher sind, sollten sie auf alle Fälle zum Urologen gehen, empfiehlt Jann Cremers. Lieber einmal zu oft gehen, sagt der Mediziner. Auch der Partner oder die Partnerin kann darauf achten, ob sich etwas anders anfühlt als zuvor.

In der Regel ist der Hoden prall-elastisch

Wie sich der Hoden anfühlen sollte, wenn er gesund ist, erklärt der Mediziner Jann Cremers so: In der Regel ist der Hoden prall-elastisch und sollte sich so anfühlen, wie ein Daumenballen, den wir anspannen. Allerdings kann das Hodengewebe von Mann zu Mann und von Tag zu Tag variieren und sich deswegen unterschiedlich anfühlen.

"Glaubt euren Partnerinnen, wenn sie sagen, irgendwie fühlt sich da etwas anders an als vorher."
Jann Cremers, Urologe

Krebsvorsorge: Abtasten ist das A und O

Bei einem Hodentumor fühlt sich das Gewebe deutlich verhärtet an, im Vergleich zum umliegenden Gewebe. Wenn wir einen Tumor haben, kann sich das wie ein kleiner, aber auch etwas größerer Knoten anfühlen.

Eine Anleitung, wie ihr richtig selbst abtastet, findet ihr bei hodencheck.de.

Risikofaktoren für Hodenkrebs

  • Kinder, die einen Hodenhochstand haben, sollten bis zum ersten Lebensjahr operiert werden. Ansonsten stellt der Hodenhochstand einen Risikofaktor für eine Krebserkrankung dar.
  • Wenn im engeren Familienkreis der Vater oder auch Brüder bereits an Hodenkrebs erkrankt sind, sollten wir uns auf jeden Fall vorbeugend von einem Arzt untersuchen lassen.