Seit 2018 muss sich Elon Musk Tweets zu Tesla vorab genehmigen lassen. Und zwar immer dann, wenn sie sich auf den Aktienkurs auswirken könnten. Diese Suppe hat sich der US-Unternehmer selbst eingebrockt, nachdem er den Kurs hoch- und runtertwitterte. Aber Elon Musk hat keine Lust mehr auf den Maulkorb.

Der Chef von Tesla und SpaceX, Elon Musk, bat am 8. März die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC darum, dass er auf Twitter wieder loslegen darf, ohne Einschränkungen. Er sehe sein Recht auf freie Meinungsäußerung beeinträchtigt, berichtet das Online-Magazin Heise.

2018 wurde Elon Musk diese Art Maulkorb von der US-Börsenaufsicht verpasst. Seitdem werden alle seine Tweets, die Auswirkungen auf den Börsenkurs von Tesla haben könnten, von den Anwälten seines Konzerns geprüft und genehmigt.

Tweets von Elon Musk sorgten für wilde Kursfahrten

Der Grund dafür war, dass der US-Unternehmer ziemlich wilde Tweets absetzte. Zum Beispiel, dass er genug Geld gesammelt hätte, um Tesla zu einem Kurs von 420 Dollar von der Börse zu nehmen. "Sofort stieg der Kurs der Aktie in Richtung dieser Marke", sagt unser Netzreporter Michael Gessat. Doch dann wurde klar, dass die Finanzierung doch nicht stand. "Der Kurs schmierte wieder gewaltig ab", sagt Michael.

Die Anleger waren sauer. Außerdem schaltete sich die US-Börsenaufsicht SEC ein. Elon Musk musste als Tesla-Verwaltungsratschef zurücktreten; er und der Konzern mussten 20 Millionen US-Dollar Strafe zahlen. Außerdem musste er sich verpflichten, Äußerungen über Tesla vorab von Anwälten seines Konzerns prüfen und genehmigen zu lassen.

"Elon Musk und Tesla bekamen von der US-Börsenaufsicht SEC gewaltig was auf den Deckel. Es gab auch Klagen von Anlegern."
Michael Gessat, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Damit kam Elon Musk mit einem blauen Auge davon. Denn er entging einem Verfahren wegen Kapitalmarktbetrug, so Michael. Das hinderte den US-Unternehmer aber nicht daran, in den Jahren danach weiterhin Tweets abzusetzen, die den Kurs der Tesla-Aktien bewegten und auch manipulierten.

Die Twitter-Gemeinde entschied, ob Musk Steuern zahlen soll

Ende 2021 ließ er zum Beispiel die Twitter-Community darüber "abstimmen", ob er zehn Prozent seiner Aktien verkaufen soll. Aus dem Erlös wollte er Steuern zahlen – die Abstimmung lief pro Verkauf ab.

An dieser Aktion gab es massive Kritik. Unter anderem ging es um die Frage der Steuergerechtigkeit. Denn Elon Musk zahlt als einer der reichsten Männer der Welt kaum Steuern. Es brauche andere Steuergesetze, aber keine Abstimmung. Außerdem gab es Stimmen, die die Aktion skeptisch sahen und sich fragten, ob Elon Musk damit auch wiederum versuche, fällige Steuern auf Gewinne aus Aktienverkäufen einzusparen.

Auf jeden Fall gab es für diese Aktion erneut Ärger durch die US-Börsenaufsichtsbehörde. Elon Musk sieht das anders.

Aber der Unternehmer bewegt nicht allein den Tesla-Kurs. Auch wenn er mal wieder zu Bitcoin oder Dogecoin twittert, hat das direkte Auswirkungen auf die Cyberwährungskurse, so Michael Gessat. Elon Musk und sein Umfeld könnten jedes Mal viel Geld machen – und das wäre schlicht Kursmanipulation. "Und dafür kann man locker ein paar Jährchen in den Knast wandern", sagt Michael.