Ob die nötigen Distanz zu anderen Personen eingehalten wird, erfassen in Großbritannien vollautomatisch Sensoren an Ampeln. Personenbezogene Daten werden aber nicht erhoben.

In Großbritannien gibt es über 1.000 Sensoren im öffentlichen Raum, die den Verkehrsfluss überwachen. Sie erfassen automatisch verschiedene Verkehrsteilnehmer, sammeln Daten und helfen damit den Verkehrsplanern zum Beispiel bei der Frage, ob an der einen Stelle eher eine Ampel oder Kreisverkehr sinnvoll ist oder wo Radwege überfüllt sind. Installiert sind diese Sensoren vor allem an Ampeln, sie sehen aus wie dreieckige Kästchen.

Der Betreiber hat die Fähigkeiten der Software hinter den Sensoren nun so erweitert, dass diese vollautomatisch überprüfen kann, ob der wegen der Corona-Pandemie geforderte Mindestabstand zwischen Personen auf der Straße eingehalten wird.

Wirken die politischen Maßnahmen?

Auswertungen dieser Daten werden der Regierung zur Verfügung gestellt. Daraus ließen sich zum Beispiel Rückschlüsse darauf ziehen, ob sich das Verhalten der Menschen durch neue politische Vorgabe ändert oder auch wie verbreitet Verstöße gegen die Abstandsgebote sind.

Sensoren liefern nur anonyme Daten

Das Corona-Abstands-Überwachungs-System, so sagt der Hersteller, liefere nur anonymisierte Daten. Es würde keine Videos gestreamt oder Aufzeichnungen erstellt. Es eigene sich laut Betreiber daher auch nicht dafür, Bußgeldbescheide zuzustellen, wenn die Abstände nicht eingehalten wurden.

Auch automatische Lautsprecher-Warnhinweise sind nicht möglich. Also die Idee, dass eine automatische Durchsage warnt, wenn an der Ampel wartende Menschen zu dicht aneinander stehen.

Weit hergeholt ist das Szenario allerdings nicht. Nizza zum Beispiel nutzt die Videoüberwachungssysteme, um das Einhalten der Maskenpflicht in der Öffentlichkeit zu kontrollieren.

"Technisch betrachtet sind der Fantasie hinsichtlich der automatischen Überwachung von Corona-Regeln kaum Grenzen gesetzt."
Andreas Noll, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Der Fantasie seien da grundsätzlich keine Grenzen gesetzt, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Andreas Noll. So haben Hersteller von Gesichtserkennungssoftware schon damit geworben, dass die Software auch bei teils verhüllten Gesichtern funktioniert. China hat die Überwachung per Kamera seit Ausbruch der Corona-Pandemie noch weiter verstärkt.