Auf der ukrainischen Halbinsel droht die Situation zu eskalieren.

Die Lage ist angespannt: Auf der ukrainischen Halbinsel Krim patrouillieren pro-russische Einheiten – und es sieht so aus, als könnte die Situation jederzeit in Gewalt umschlagen.

"Stellen Sie sich vor, wie das ist: Als ob ich zuhause sitze und jemand ohne zu Klopfen hereinkommt und nur dasteht und nichts sagt. Wie soll man da reagieren?"
Anwohner auf der ukrainischen Halbinsel Krim

Dass die Lage eskaliert, wird zunehmend wahrscheinlicher. Die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtet, dass die Schwarzmeerflotte Russlands auf der Krim ein Ultimatum gestellt hat: Entweder die ukrainischen Streitkräfte ergeben sich bis Dienstag früh oder die Flotte will einen Angriff starten. Eine Bestätigung von offizieller Stelle gab es aber bisher noch nicht.

Eigentlich hatte Russland schon früher die Kontrolle über die Halbinsel im Schwarzen Meer übernommen, mit rund 6000 Fallschirmjägern und Marinesoldaten. Die Ukraine hat zwar ihrerseits die Reservisten einberufen – aber wirklich ausrichten kann sie nichts gegen die russische Streitmacht. Dazu gingen nach ukrainischen Angaben an der russischen Küste gegenüber der Krim Panzer in Stellung – von da sind es nur rund 20 Kilometer bis zur Krim. Das Parlament in Moskau genehmigte einen Militäreinsatz in der Ukraine.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte, dass sein Land nur die russischen Bürger und Landsleute in der Ukraine schützen wolle. Auf der Krim sind 60 Prozent der Bewohner russischstämmig. Auch im Osten der Ukraine leben viele ethnische Russen. Dort gab es auch Demonstrationen gegen die neue Übergangsregierung in Kiew. In der Stadt Donezk zum Beispiel gingen mehrere Tausend Menschen auf die Straße. Einige besetzten ein Gebäude der Regionalverwaltung – der Stadtrat erklärte sich zur einzigen legitimen Autorität. Donezk ist die Heimatstadt des gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch.

Sinfonie per Kurznachricht

Ob das dem Komponisten Kurt Weill wohl gefallen hätte? Bei dem Festival, das derzeit zu seinen Ehren in Dessau läuft, wird es zum ersten Mal eine "Tweetfonie", also eine Twitter-Sinfonie geben. Und das funktioniert so: Im Vorhinein konnten Hobby-Komponisten kurze Werke einreichen, die maximal 140 Zeichen lang sein durften. Danach prüfte eine Kommission die eingereichten Stücke, die besten wurden schließlich von Profis bearbeitet. 45 Sekunden sind die einzelnen Kurz-Kompositionen lang und gespielt werden sie ebenfalls von Profis: Die Anhaltinische Philharmonie hat sie heute im Bauhaus Dessau aufgeführt.

Interessant ist das Ausgangsmaterial: eine Buchstabenfolge, die gestern jemand über die Seite Tweetfonie.de getwittert hat. Dort findet sich eine virtuelle Klavier-Tastatur, auf jeder Taste sind Buchstaben. User können etwas einspielen und die Buchstaben dann twittern.

Was sonst noch wichtig war

  • Neuer Anschlag in Pakistan: Bewaffnete stürmten ein Gerichtsgebäude in Islamabad. Dabei starben mindestens elf Menschen, unter ihnen ein Richter und mehrere Anwälte.
  • Am Internationalen Gerichtshof in Den Haag ist das Verfahren gegen Serbien eröffnet worden - wegen Völkermordes. Kroatien hat geklagt: Es wirft Serbien eine "ethnische Säuberung" vor.
  • Bei der Oscar-Verleihung in Los Angeles hat vor allem ein Film abgeräumt: Insgesamt gingen sieben Oscars an den Film Gravity. Bester Film wurde der Sklaverei-Historienfilm "12 Years A Slave".
  • Der Uno-Sicherheitsrat hat kurzfristig für Montagabend eine Sondersitzung zur Lage in der Ukraine angekündigt. Erst am Freitag hatte es die letzte gegeben.
  • US-Außenminister John Kerry besucht die Ukraine. In Kiew will er Spitzenvertreter der neuen Regierung treffen - ein deutliches Signal an die russische Führung.