Die neue App "Luftqualität" des Umweltbundesamtes liefert stündlich aktualisierte Daten zur Belastung mit Feinstaub, Stickoxiden und Ozon an mehr als 300 Messstationen bundesweit.

Der Dieselskandal, die Debatten über Stickstoffdioxid und Feinstaub, die quasi omnipräsente Diskussion über den Klimawandel – unsere Luftqualität ist ein großes Thema in der Öffentlichkeit. Die App des Umweltbundesamtes kommt da zur rechten Zeit, findet unser Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter Andreas Noll. Die App ist werbefrei und kostenlos für iOS und Android verfügbar. Parallel zur App wurde auch die Webseite mit den Messergebnissen gerelauncht.

Gebündelte Daten von 300 Messstationen

Über Deutschland wurde ein inzwischen dichtes Messnetz von über 300 Stationen gelegt. Die Daten lassen sich fast schon in Echtzeit abrufen, sagt Andreas Noll. Positiv fällt unserem Netzreporter die Datensparsamkeit der App auf: Lediglich die Standortfreigabe soll man aktivieren. Macht ja auch Sinn, wenn ihr euch Daten über die Luftverschmutzung in eurer Nähe anzeigen lassen möchtet.

Für eine schnelle Übersicht werden die Daten in Tortendiagrammen dargestellt – je nach Konzentration des Messwertes in einer unterschiedlichen Farbe, von grün für gut über gelb für naja bis rot für schlecht. Die Nutzer können auch in der Historie zurückblättern und sich die Werte der vergangenen Tage anschauen.

Warnhinweise und Tipps

Abhängig von den gemessenen Werten gibt die App auch Gesundheitstipps zu Aktivitäten im Freien. Auch der Empfang von Warnhinweisen lässt sich einstellen, um besonders schlechte Messwerte sofort angezeigt zu bekommen. Allerdings sind nicht alle Messwerte von allen Messstationen abrufbar.

"Leider fragen nicht alle Stationen auch alle Messwerte ab."
Andreas Noll, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Der Wert für die Ozonbelastung ist etwa bei vielen Stationen nicht verfügbar, berichtet Andreas Noll. Obwohl gerade dieser Wert im Alltag wichtig sein kann: Bei hohen Ozonwerten ist zum Beispiel Sport nicht sinnvoll.

Vertrauen in die Standortauswahl

Stuttgart etwa ist ein Beispiel, wo häufig besonders schlechte Werte gemessen werden. Das Standortproblem wird durch die App natürlich nicht gelöst, sagt unser Netzreporter. Wenn die Messstelle eine maximale Verschmutzung meldet, dann kann es 100 Meter weiter schon sehr viel entspannter aussehen. Wem es also am Vertrauen in die Standortauswahl der Bundesbehörden mangelt, dem hilft die App nicht weiter. Sie macht lediglich die Auffindbarkeit der schon lange online verfügbaren Daten komfortabler.