Vor sieben Jahren kam es in Fukushima zur Kernschmelze. Der Reaktorunfall hat Spuren hinterlassen. So haben Forscher jetzt in kalifornischem Rotwein radioaktives Cäsium 137 nachgewiesen. Umweltjournalist Werner Eckert erklärt, wie Radioaktivität in Essen und Getränke gelangt.

Das radioaktive Isotop Cäsium 137 könnte durch die Reaktorkatastrophe 2011 in die Trauben und dann in den US-Wein gelangt sein. Kalifornien ist zwar etwa 8600 Kilometer von Japan entfernt, aber durch die Luft, den Regen und das Meerwasser könnte sich das Cäsium 137 verbreitet haben, sagt der Journalist Werner Eckert. Er arbeitet in der Umweltredaktion beim SWR. Auch in Orangen in Florida könne man Radioaktivität nachweisen, sagt der Journalist.

"Grundsätzlich ist diese Radioaktivität wirklich weltweit verbreitet worden."
Werner Eckert aus der Umweltredaktion des SWR

Deutsche Behörden hätten erklärt, dass diese radioaktiven Isotope auch in Deutschland angekommen wären, allerdings in Mengen, die sich nicht schädlich auf die Gesundheit auswirken würden. In minimalen Spuren sind sie in vielen Lebensmitteln enthalten. Fukushima werde von uns aufgegessen, so Eckert.

Radioaktivität im Essen nach Tschernobyl

Selbst heute spüren wir dagegen auch noch in Deutschland die Folgen des Reaktorunfalls in Tschernobyl. Das ist viel länger her – das war im Jahr 1986 – aber die Distanz zur Ukraine ist viel kleiner als zu Japan. Damals sei auch mehr Strahlung frei geworden als in Fukushima, sagt Eckert.

"Es gibt immer noch Grenzwertüberschreitungen. Regelmäßig messen staatliche Stellen in Wildschweinen und Wildpilzen vor allem in Südost-Deutschland Grenzwertüberschreitungen."
Werner Eckert aus der Umweltredaktion des SWR

Bis heute gibt es in Deutschland noch Grenzwertüberschreitungen, sagt Eckert. Lebensmittel wie Pilze oder Wildschweinfleisch müssten dann vernichtet werden. Nach der Katastrophe in Japan hätten Behörden über Jahre von dort importierte Lebensmittel kontrolliert. Aber auch dort wurden irgendwann keine Überschreitungen der Grenzwerte mehr festgestellt, erklärt der Umweltjournalist.

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