Weg mit den vielen Autos, dem Stau und den Abgasen und dafür mehr Grün: Die Stadt Paris plant, eine stark befahrene Stadtautobahn teilweise für Autos zu sperren und dort Bäume zu pflanzen. Einen anderen Teil sollen exklusiv Busse, Taxis und Fahrgemeinschaften nutzen.

Rund eine Million Autofahrende sind jeden Tag auf der 35 Kilometer langen Périphérique unterwegs, einem Autobahnring um Paris. Genauer gesagt stehen sie dort oft einfach im Stau. Der Großteil der Autofahrenden sitzt dabei alleine im Auto.

In Zukunft soll das ein Ende haben: Statt Autos sollen auf einem Fahrstreifen der Stadtautobahn 20.000 Bäume stehen. Und einen weiteren Fahrstreifen dürfen nur noch Busse, Taxis und Fahrgemeinschaften benutzen. Das ist zumindest der Plan der Pariser Bürgermeistern Anne Hidalgo.

Durch den Grünstreifen und den gesperrten Fahrstreifen für Busse, Taxis und Fahrgemeinschaften sollen 80.000 Autos weniger auf der viel befahrenen Strecke unterwegs sein, schätzt die Pariser Stadtverwaltung. Aktuell hat die Périphérique vier Fahrspuren in beide Richtungen.

Sozial und ökologisch

Die erste Etappe des mehrstufigen Plans soll im Sommer 2024 schon umgesetzt werden: Dann finden in Paris die Olympischen Spiele statt. Dafür soll aus dem eine gesperrten Fahrstreifen während der Olympischen Spiele eine "Olympiaspur" werden, der für die Athlet*innen, Teilnehmenden der Wettbewerbe und Ordnungs- oder Rettungsdienste reserviert ist. Nach der Veranstaltung dürfen dann die Busse, Taxis und Fahrgemeinschaften den Fahrstreifen nutzen.

Grünstreifen bis 2030

Den Grünstreifen soll es bis 2030 geben. Zehn Hektar werden dann bepflanzt, damit die rund 500.000 Anwohner*innen entlang der Strecke mit weniger Abgasen und auch Lärm dort leben können. Bürgermeister Anne Hidalgo sieht die Umgestaltung der Périphérique damit auch als soziales Projekt. Viele der Menschen entlang der Stadtautobahn leben in Sozialwohnungen.

"Bis 2030 soll aus der Périphérique ein grüner Gürtel werden. Zehn Hektar sollen bepflanzt werden, damit 500.000 Bewohner, die um die Périphérique wohnen, mit weniger Abgasen und Lärm leben müssen."
Christiane Kaess, Dlf-Korrespondentin für Frankreich

Umweltfreundlichere Olympische Spiele 2024

Gleichzeitig plant die Stadtverwaltung unter dem Aufhänger der Olympischen Spiele auch mehr für den Umweltschutz. Ihr Ziel ist es, 50 Prozent weniger CO2-Emissionen im Rahmen der Sportveranstaltung zu verursachen als bei den Olympischen Spielen 2012 in London.

Das möchte die Stadt Paris schaffen, indem sie zum Beispiel weniger Sportstätten neu baut und viele Stadien nutzt, die es schon gibt, aber noch renoviert werden müssen. Stadien, die doch neu für die Zeit des Wettbewerbs hochgezogen werden, sollen recycelt werden. Also die Bauelemente sollen für andere Veranstaltungen genutzt werden.

Die Wettbewerbe der Wassersportarten möchte die Pariser Stadtverwaltung wiederum auf der Seine unterbringen. Dafür soll der Fluss bis 2024 sauberer werden. Bis dahin soll die französische Hauptstadt auch frei von Wegwerfplastik werden.

Pläne in Paris sind umstritten

Das Projekt ist in der Pariser Politik umstritten. Widerstand gegen die Pläne der Pariser Bürgermeistern kommen besonders von Valérie Pécresse, der Präsidentin des Regionalrats der Region Île-de-France. Das ist die Region um die Stadt Paris herum, zu der die Hauptstadt selbst auch zählt. Valérie Pécresse geht es vor allem um die Stadtautobahn Périphérique. Hier hat sie sich im vergangenen Jahr bei der französischen Regierung dafür ausgesprochen, dass der Autobahnring in den Zuständigkeitsbereich ihrer Region fällt.

"Anne Hidalgo wappnet sich schon gegen Widerstand und hat gesagt, sie wolle juristische Fragen im Vorfeld klären. Und sie will mit allen Betroffenen sprechen: mit den Autofahrern, mit Geschäftsinhabern, Lieferanten und eben auch mit der Region und den angrenzenden Kommunen", sagt Christiane Kaess, Dlf-Korrespondentin für Frankreich.

In Sachen Umweltschutz gehe die Pariser Bürgermeistern auch bestimmend voran. Durch sie sind zum Beispiel schon Teile des Seineufers in Fußgängerzonen umgewandelt worden. Auch hier gab es vorher viel politischen und juristischen Widerstand.