Die Umweltversammlung der Vereinten Nationen hat einstimmig ein Abkommen beschlossen, mit dem weltweit die Plastikverschmutzung beendet werden soll. In den nächsten zwei Jahren soll die konkrete Umsetzung erfolgen.

Als bahnbrechend wird das Abkommen der Umweltversammlung der Vereinten Nationen (Unea) bewertet, das einstimmig beschlossen wurde. Für dieses Abkommen gegen Plastikverschmutzung sollen in den nächsten zwei Jahren strenge rechtsverbindliche Vorgaben verhandelt werden. Viel Applaus hat es dafür gegeben, weil endlich konkrete Schritte gegen den zunehmenden Plastikmüll unternommen werden, nachdem jahrlang kaum etwas passiert ist.

Der norwegische Umweltminister Espen Barth Eide hat auf einer an die Verhandlung anschließenden Pressekonferenz verkündet, dass mit dem Abkommen die Plastikverschmutzung beendet werden könnte.

Es geht aber nicht nur um die Redzuzierung von Plastikmüll, sondern auch um die Herstellung von Plastik, wofür zum Beispiel fossile Rohstoffe wie Erdöl benötigt werden. Die Plastikproduktion auszusetzen hat somit Umwelt- und Klimaschutzaspekte.

Mit dem UN-Abkommen gibt es strengere Regeln in der Plastikherstellung

Viola Wohlgemuth, Expertin für Kreislaufwirtschaft und Konsum bei Greenpeace Deutschland, betont deshalb, wenn wir gegen "die Kontamination, die jeden Winkel unseres Planeten und des menschlichen Körpers erreicht hat, wirklich aufhalten wollen, sei es wichtig, "dass wir den Hahn zudrehen, aus dem die Plastikflut kommt“, so die Expertin.

"Es ist wichtig, den Hahn zudrehen, aus dem die Plastikflut kommt"
Viola Wohlgemuth, Greenpeace Expertin für Kreislaufwirtschaft und Konsum

Im Vorfeld sei genau das ein Streitpunkt gewesen, weil Plastik-Hersteller immer wieder versucht hätten, dass eben die Produktion von Plastik und Kunststoff nicht Gegenstand des Abkommens sein sollen. Dass die Produktion jetzt Teil des Abkommens ist, bedeutet für die Zukunft, dass überall dort, wo Plastik-Produkte durch Alternativen ersetzt werden können, sie nicht mehr verwendet werden und langfristig überhaupt nicht mehr hergestellt werden dürfen.

Abkommen bezieht sich auf die ganze Welt

Das Plastikabkommen ist bindend für alle Länder. Das bedeutet, dass die UN-Staaten Gesetze erlassen müssen, um die Auflagen umzusetzen. "Es ist ist also keine freiwillige Selbstverpflichtung", erklärt Deutschlandfunk Nova-Reporterin Verena von Keitz. Wichtig an dem Abkommen ist auch, dass es global ist und nicht nur das Meer als Lebensraum, sondern alle Ökosysteme im Blick hat.

Weil sich die Verschmutzung mit Mikro-Plastikteilchen nicht begrenzen lässt, findet sich Plastik inzwischen in jedem Ökosystem, sagt Viola Wohlgemuth. Das bedeutet, Plastik ist nicht nur dort, wo wir es mit dem bloßen Auge sehen an Stränden oder auf den Ozeanen, sondern es befindet sich in unseren Böden, im Gemüse oder Obst. "Wir atmen es inzwischen sogar schon ein," sagt Viola Wohlgemuth. Laut Uno-Schätzungen werden mittlerweile jedes Jahr weltweit 400 Millionen Tonnen Plastikmüll produziert.