Rosanna Schöneich-Argent von der Universität Oldenburg kämpft gegen Meeresverschmutzung: Sie wirft Holzplättchen in die Nordsee. Die simulieren Unmengen von Plastikmüll in den Ozeanen.

Die Ozeane sind vollgestopft mit Plastik. Fische fressen es, wir auch, wenn wir Fisch essen. Es gibt riesige Müllstrudel auf dem Meer und sogar Gummigranulat von Kunstrasenplätzen landet am Ende in der Nordsee. Damit wir verstehen können, wie dieser Müll sich im Meer eigentlich verteilt, arbeitet die Universität Oldenburg an einem Forschungsprojekt. Grob gesagt werden dafür Hunderte und Tausende von kleinen Holzplättchen ins Meer geschüttet.

Holzplättchen simulieren den Plastikmüll

Die Holzklötze stehen stellvertretend für das Plastik im Meer. "Wir wollen eben nicht noch mehr Kunststoff in das System Natur werfen", erklärt die Meeresbiologin Rosanna Schöneich-Argent vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres, die am Projekt Microplastics mitarbeitet. Die Holzplättchen haben den Vorteil, dass sie sich ganz ähnlich wie Plastikmüll verhalten.

"Wir hoffen, dass diese Holzklötze von der Bevölkerung gemeldet werden und wir dann wissen, wo sie angelandet sind."

Die Holzschiffchen sind also eine Art Flaschenpost: Auf ihnen ist eine Nachricht an den Finder gebrannt, dass er bitte auf die Microplastics-Homepage gehen und seinen Fund dort mit der individuellen Nummer eintragen soll. Die Wissenschaftler erfahren so, wie der Müll im Meer unterwegs ist.

Das Projekt funktioniert: Seit Oktober 2016 haben die Wissenschaftler der Uni Oldenburg circa 5300 Rückmeldungen bekommen. Die Holzplättchen sind bereits die komplette Nordseeküste entlang gefunden worden, von Holland bis nach Dänemark. Rosanna Schöneich-Argent erklärt: "Jetzt schauen wir, wie sehen die Verteilungsmuster im Frühling, Sommer und Herbst aus." Ende des Jahres soll es die ersten Ergebnisse veröffentlicht werden.

So will Rosanna Schöneich-Argent dem Ziel einen Schritt näher kommen: Lösungen finden, die langfristig den Müll im Meer reduzieren können.