Die größte Mülltonne der Welt ist immer noch das Meer: Jedes Jahr schmeißen wir da 6,4 Millionen Tonnen Abfall rein. Der Abfall liegt zu großen Teilen auf dem Meeresboden und giftet vor sich hin. Das Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven hat die untermeerischen Müllhalden entdeckt.

Die Meeresbiologen vom Meeresforschungsinstitutes der Universität der Azoren und vom AWI haben 600 Bild- und Videoaufzeichnungen gemacht und ausgewertet. 32 unterschiedliche Stellen im Atlantik und im Mittelmeer haben sie untersucht. Ihr Ergebnis: Der europäische Meeresboden ist zugemüllt. Die Forscher haben Müll an Stellen gefunden die bisher völlig unbekannt und unerforscht waren.

"Wir waren sehr überrascht zu sehen, wie weit sich unser Müll in den Meeren schon verbreitet hat. Selbst in entlegenen Gebieten wie der Arktis oder des mittelatlantischen Rückens, haben wir Müll gefunden."

Die Bildaufnahmen haben auch gezeigt was für Müll am Meeresboden liegt: Plastiktüten, Fischereigeräte, herrenlose Netze, die im Meer schweben, außerdem Holz, Metall und Glas. Problematisch ist vor allem Plastik, das sich im Meer nach und nach zerlegt.

Der Müll aus dem Meer kommt zu uns zurück

"Das Problem dieser Kleinstteile ist, dass sich darin Giftstoffe anlagern - und das reichert sich dann entlang der Nahrungskette an." Das bedeutet, wir bekommen unseren Müll am Ende doch wieder zurück: Er landet irgendwann in unserem Magen.