An sechs Orten weltweit unterhalten die Vereinten Nationen ein "Humanitarian Response Depot". Das sind riesige Lager, in denen Material für den Katastrophenfall aufbewahrt wird. Eine wahnsinnige logistische Herausforderung.

Im Südsudan, im Jemen und im Osten Somalias leiden die Menschen unter akuter Hungersnot. Um eine anhaltende Hungerkatastrophe zu verhindern, benötigt die UN bis Ende März 4,4 Milliarden Euro - das hatte UN-Generalsekretär António Guterres im Februar gefordert. Das Geld ist fest zugesichert - viele Länder haben aber immer noch nicht gezahlt.

Eines der Lager aus denen die Hilfe der Vereinten Nationen organisiert wird, liegt im italienischen Brindisi, an der Stiefelspitze von Italien. Fünf weitere befinden sich in Dubai, Panama, im afghanischen Akra, in Kuala-Lumpur und auf Las Palmas.

Lebensmittel sind schon unterwegs

Allein in Brindisi haben die Vereinten Nationen auf einem alten Militärgelände 10.000 Quadratmeter Lagerfläche. Endlos lange Gänge führen durch die gigantischen Hallen, die dort stehen. Gelagert werden hier aber keine Lebensmittel. Stattdessen sind die Regale gefüllt mit Zelten, Generatoren, Küchensets, medizinischer und hygienischer Grundversorgung.

Außerdem wird dort Material für die Hilfskräfte aufbewahrt: Module für Container zum Bespiel aus denen vor Ort kleine Einsatzbüros gebaut werden können. Oder Boote, um im Falle einer Flutkatastrophe zu den Menschen zu gelangen.

"Die Spenden waren zum Teil ziemlich dürftig, da gibt’s immer wieder Hilferufe. Und dann muss nachgekauft werden, aber erst wenn das neue Geld da ist."
DRadio Wissen Reporter Jan-Christoph Kitzler

Das Lager steht aber nicht nur dem World Food Programme der Vereinten Nationen zur Verfügung. Auch die Johanniter und die Welthungerhilfe versorgen sich über diese Depots. Insgesamt dürfen 79 Kooperationspartner das Lager nutzen. Allerdings hat nicht jedes der sechs Lager immer alles vorrätig. 

Im Netz können sich die Organisationen anschauen, welches Lager welche Hilfsgüter gerade vorrätig hat. Je nach dem, wo das Material gebraucht wird, findet dann ein Austausch statt. Auch Transporte werden so gemeinsam organisiert oder kleineren Hilfsorganisationen zur Verfügung gestellt. Außerdem kann fehlendes Material neu besorgt werden - allerdings nur, wenn auch Geld da ist.