Eine neue Uno-Studie zeigt: Die Gleichstellung von Mann und Frau ist nirgendwo auf der Welt vollzogen. Eine große Mehrheit der Menschen hat nach wie vor Vorurteile gegenüber Frauen. Etwa die Hälfte der befragten Frauen und Männer aus 75 Ländern finden zum Beispiel, dass Männer bessere politische Anführer sind.

Mit ihrem Gleichstellungsreport veröffentlicht die Uno vor dem Weltfrauentag einen Bericht, der den sogenannten Glass-Ceiling-Effekt bestätig. In Bezug auf Frauen ist gemeint, dass sie im Vergleich zu Männern beispielsweise in Unternehmen seltener aufzusteigen vermögen – und das bei gleichen Qualifikationen. Der Grund: Frauen stoßen auf unsichtbare Barrieren aus Vorurteilen, die sie am Aufsteigen hindern.

"Frauen bleiben eher im mittleren Management hängen. Weil sie auf unsichtbare Barrieren aus Vorurteilen stoßen, die sie am Aufsteigen hindern."
Kathrin Sielker, Deutschlandfunk Nova

Ein weit verbreitetes Vorurteil zum Beispiel ist, dass Männer bessere politische Führungskräfte seien. Der Meinung war die Hälfte aller Befragten Männer und Frauen. Besonders interessant dabei: Auch die Hälfte der befragten Frauen glaubte, dass Männer bessere Politiker seien.

Stereotype fest in unseren Köpfen

Laut Report haben etwa 40 Prozent der Frauen außerdem angegeben, dass Männer in Zeiten von wenigen Jobs mehr Recht auf einen Arbeitsplatz hätten. Die Befragung wurde in 75 Ländern durchgeführt. Damit repräsentiert die Studie rund 80 Prozent der Weltbevölkerung und zeigt, dass männlich geprägte Denkmuster bei einem Großteil der Weltbevölkerung immer noch unser Denken und Handeln bestimmen.

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Die Experten vom Entwicklungsprogramm der Uno, die die Studie durchgeführt haben, konnten feststellen, dass in keinem einzigen Land der Erde eine Gleichstellung der Geschlechter komplett vollzogen ist.

"In keinem einzigen Land der Erde ist eine Gleichstellung der Geschlechter komplett vollzogen – egal, ob es reich ist und sich für entwickelt hält oder arm."
Kathrin Sielker, Deutschlandfunk Nova

Besonders sichtbar wird das im Politikbetrieb. Zum Zeitpunkt der Erhebung gab es bei 193 Regierungschefposten insgesamt nur zehn Regierungschefinnen. Es wählen aber etwa zum gleichen Teil Frauen und Männer. Umgerechnet sitzt in den Parlamenten im Schnitt auch nur eine Abgeordnete neben drei männlichen Kollegen.

Geschlechterlücken als Schulthema

Den Hauptgrund für solche Strukturen sieht die Uno in den eingebrannten Vorurteile in unseren Köpfen. Um die Stereotype abzubauen, schlagen die Fachleute zum Beispiel vor, diskriminierende Geschlechterlücken zum Thema in Schulen zu machen, um Kinder früh zu sensibilisieren. Regierungen sollten außerdem ihre Steuersysteme ändern, damit die Kinderbetreuung genauso lukrativ auch für Männer ist.

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Außerdem sollten Frauen in der Ausbildung dazu ermutigt werden, ins Militär einzutreten oder in andere, traditionell männlich-dominierte Sektoren. Aber auch Institutionen, Kirchen, Unternehmen und Organisationen sollten das Thema verstärkt die Tagesordnung bringen und Vorbild sein, so die Uno.