Eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen kommen in Dresden rund 25.000 Menschen zu einer Großkundgebung zusammen. Eingeladen dazu hat #unteilbar, ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Kirchen, Wissenschaftlern und Künstlern, die ein Zeichen setzen wollen gegen Rassismus, Diskriminierung und Nationalismus. Mit dabei: der Musiker Enno Bunger.

"'Für ein offenes Land mit freien Menschen' – unter diesem Banner gingen '89 Menschen in Sachsen auf die Straße. Die Botschaft hat bis heute nicht an Relevanz verloren und soll in diesem Sommer auf die Straßen zurückkehren", schreiben die #unteilbar-Organisatoren. Gemeinsam wollen sie "gegen Diskriminierung, Verarmung, Rassismus, Sexismus, Entrechtung und Nationalismus“ demonstrieren und so verhindern, „dass Sozialstaat, Flucht und Migration gegeneinander ausgespielt werden".

Musiker setzen Zeichen auf der Bühne

Um 14 Uhr beginnt die Demo – unter dem Motto "#unteilbar – Solidarität statt Ausgrenzung" geht es dann fast fünf Kilometer durch die Stadt. Um 17 Uhr spielen dann viele Künstler und Bands Konzerte, unter anderem Fatoni, Max Herre, Silbermond – und Enno Bunger.

"Ich finde es wichtig, dass wir für eine solidarische und empathische Gesellschaft auf die Straße gehen. Gegen Rassismus, gegen rechte Gewalt. Für Fakten. Für das, was uns verbindet und nicht das, was uns trennt."
Enno Bunger, Musiker

Er habe sich sogar quasi bei #unteilbar beworben, erzählt Enno. So nach dem Motto: Ich komme sowieso zur Demo, aber wenn ihr noch einen Musiker braucht, mach ich das gern. Seine Motivation seien die bevorstehenden Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg (beide am 01.09.) und Thüringen (am 27.10.). Die Errungenschaften der Demokratie seien hart erkämpft worden und dürften nicht aufgegeben werden, findet er. Vor allem dürfe man sie "nicht rechten Parteien überlassen, die rassistische Äußerungen an den Tag legen".

"Mehr Fakten statt Meinungen"

Enno geht "gegen die Verrohung der Sprache" und "für mehr Fakten in der Gesellschaft" auf die Straße. Es sollte wieder mehr auf Wissenschaftler als auf Meinungen gehört werden. Gerne könnten wir auf das Interview mit ihm verzichten und stattdessen einen Klimawissenschaftler befragen, schlägt er vor. (Anm. d. Red.: Wir machen beides.)

Der Klimaschutz ist für Enno ein sehr wichtiges Thema. Er versteht häufig die Kompromisse nicht, die in der Politik gemacht werden, obwohl die Wissenschaft andere Schlüsse nahelegt.

"Ich verstehe manchmal nicht, warum Expertisen von Wissenschaftlern in der Politik nicht höher gehalten werden, sondern dass da versucht wird, einen Kompromiss einzugehen – wo doch die Natur keine Kompromisse machen wird."
Enno Bunger, Musiker