Die Südhälfte Deutschlands ist von schweren Unwettern heimgesucht worden. Die traurige Bilanz von Tief Elvira: drei Tote und Schäden in Millionenhöhe. Die Helfer sprechen von einer "dramatischen Lage".

"Das ganze Ausmaß ist noch nicht absehbar. Alle drei Todesopfer waren in Baden-Württemberg zu beklagen."
Ronald Menn, DRadio Wissen

In Schwäbisch-Gmünd bei Stuttgart starb ein Feuerwehrmann. Er hatte offenbar versucht, einen anderen Menschen zu retten und kam dabei selbst ums Leben. Auch für denjenigen, den er retten wollte, kam jede Hilfe zu spät. Das dritte Todesopfer gab es in Weißbach in der Nähe von Heilbronn, dort kam ein 60-Jähriger in einer überschwemmten Tiefgarage ums Leben.

Baden-Württemberg hat es am heftigsten erwischt

  • Aus dem Innenministerium Baden-Württembergs heißt es, in den vergangenen Stunden sei so viel Regen gefallen wie sonst in mehreren Monaten.
  • In den Kellern stand das Wasser bis zu 1,70 Meter hoch.
  • Über 2200-mal sind die Rettungskräfte in den letzten Stunden ausgerückt.
  • Die Überschwemmungen waren so heftig, dass zum Teil die Fahrbahndecken von den Straßen gespült wurden.
  • Die A7 musste vier Stunden lang gesperrt werden, weil sich dort durch Hagel eine zentimeterdicke Eisschicht gebildet hatte. Schneepflüge mussten anrücken, um alles wegzuschaufeln.
  • Weil auch Bahnstrecken unter Wasser stehen, mussten in Baden-Württemberg mehrere Strecken gesperrt werden. Über kurze Strecken fahren Busse, der Fernverkehr wird umgeleitet.
"Auch in Hessen Thüringen und Bayern gab es schwere Unwetter, überflutete Straßen und unzählige vollgelaufene Keller."
Ronald Menn, DRadio Wissen

Auch das Länderspiel Deutschland-Slowakei in Augsburg war betroffen, in der Halbzeit gab es kräftige Gewitter und Hagel, die Partie stand kurz vor dem Abbruch, wurde dann schließlich aber mit Verspätung doch wieder angepfiffen.

Schlammige Brühe - auch überall im Netz

Auf YouTube, Facebook und Twitter gibt es zahlreiche Videos - von Leuten, die im Auto unterwegs waren und ins Unwetter geraten sind. Da ist von Straße nichts mehr zu sehen, nur noch dicke, schlammige Brühe. In Ansbach gab es so viel Hagel, dort sah es in einigen Vorgärten und auf den Straßen aus wie im tiefsten Winter. Die beklemmendsten Bilder und Clips wurden aus Braunsbach gepostet, einem 900-Einwohner-Dorf in Baden-Württemberg.

Der Ort ist weiträumig gesperrt - erst am Vormittag sollen erste Journalisten nach Braunsbach dürfen.

Noch keine Entwarnung

Der Deutsche Wetterdienst sagt, im Süden kann es auch heute wieder kräftige Gewitter geben, teilweise mit Starkregen, Hagel und Sturm. Auch in den nächsten Tagen bleibt es eher gewittrig-schwül statt sonnig-schön.