Die Pizzen einer US-amerikanischen Pizzakette werden nicht von Menschen, sondern von Robotern gebacken – und das während der Auslieferung im Truck. Investoren überschütten die Firma mit viel Geld. Doch die Sache hat gleich zwei Haken.

Eine Pizzakette ist angetreten, um das Pizza-Business zu revolutionieren. Der Clou der beiden Gründer Alex Garden und Julia Collins: Statt auf menschliche Pizzabäcker setzen sie auf eine cloud-basierte Software und auf Roboter, die die Pizzen auf dem Weg zum Kunden im Auslieferungstruck backen. Seit drei Jahren gibt es das Unternehmen Zume schon.

"Die Pizzen werden außerdem direkt im Auslieferungstruck gebacken, also während sich die Pizza auf dem Weg zum Kunden befindet."
Martina Schulte, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Diese Art, Pizzen herzustellen, sei die Zukunft, sagen Alex und Julia. Ihr Modell sei der herkömmlichen Art mit menschlichem Pizzabäckern und Lieferanten weit überlegen. Das liege auch an den geringeren Lohnkosten. In der Theorie verspricht Zume außerdem, dass es von der Bestellung der Pizza bis zu Lieferung nur 20 Minuten dauert.

Pizzen sollen nur der Anfang sein

Im Vergleich mit großen Fast-Food-Ketten ist Zume ein winziges Unternehmen: Bisher gibt es die Roboterpizzen nur in einem kleinen Radius rund um Mountain View im Silicon Valley. Dennoch überschütten die Investoren Zume derzeit mit Geld, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Martina Schulte. Ihnen gehe es vor allem um die Vision – und die scheint groß zu sein: Die Robo-Koch-Lieferwagen sollen irgendwann auch Burger, Pasta oder Sushi herstellen und liefern können.

Ganze 375 Millionen Dollar habe Zume für diese Vision vom Vision Fund der Softbank eingesammelt, so unsere Reporterin. Doch die Sache hat zwei Haken: Denn hinter den Geldern stecken vor allem Investoren aus Saudi-Arabien. "Was selbst im Silicon Valley seit dem Tod von Jamal Kashoggi ein gewisses Geschmäckle hat“, sagt Marina. Außerdem scheint das Produkt überhaupt nicht zu schmecken.

"Und das fällt auch unter die Rubrik Geschmäckle: Das Produkt von Zume scheint schauderhaft zu schmecken."
Martina Schulte, Deutschlandfunk Nova

Das sagt zum Beispiel die Journalistin Tekla S. Perry. Sie arbeitet für das Tech-Magazin IEEE Spectrum aus dem Silicon Valley und hat die Pizzen mehrfach probiert. In einem Artikel schreibt Tekla S. Perry, dass die Lieferung statt 20 eher 50 Minuten dauere. Der Boden schmecke nach Pappe, die Zutaten seien dürftig. Und dazu koste das Ganze noch zwischen 15 und 25 Dollar. Tekla S. Perry stelle sich ernsthaft die Frage, wie Investoren das Unternehmen mit zwei Milliarden Dollar bewerten konnten und wie viel Recherche sie zuvor betrieben haben, so unsere Reporterin.

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