Der Tag, an dem Donald Trump als neuer US-Präsident vereidigt wird, ist ein ernster Tag - für Trump selbst. Er muss nämlich sein geliebtes Smartphone abgeben, auf dem er bekanntlich so gerne herumtwittert. (Anm. d. Red.: Das auf dem Bild ist nicht seins.)

Smartphones sind bekanntlich unsicher. "Egal, ich hab' ja nichts zu verbergen!" kann Donald Trump jetzt kaum mehr sagen. Der neue US-Präsident hat wohl (noch) ein Samsung Galaxy, also ein Android-Gerät - und damit das Modell eines südkoreanischen (und nicht amerikanischen) Herstellers, berichtet Michael Gessat.

"Die Frage nach dem Präsidenten-Handy ist tatsächlich höchst sicherheitsrelevant."
Michael Gessat, DRadio-Wissen-Netzreporter

Das Thema greift jetzt ein Artikel bei recode.net noch einmal ausführlich auf. Die eine Sache dabei ist die Gefahr, dass so ein Gerät gehackt oder abgehört werden kann. Das betrifft die Sprachfunktion, das betrifft die Internetfunktionen, das betrifft die Kamera, das Mikrofon. Die andere Sache ist die persönliche Sicherheit des Präsidenten - ein Smartphone verrät ja permanent den Aufenthaltsort und alle Bewegungen.

Was hat der Secret Service Trump zu sagen?

Der Secret Service hat ein ernstes Wörtchen mitzureden, erklärt Michael Gessat. Er untersteht zwar dem Präsidenten, aber dessen Schutz ist wiederum verfassungsrechtlich verpflichtend - da kann auch Trump nichts gegen machen.

"Im Herbst hat Trump gemault, er wolle sein Android-Gerät nicht herausrücken."
Michael Gessat, DRadio-Wissen-Netzreporter

Das Problem mit dem Handy hat nicht nur Trump – unsere Bundeskanzlerin hat ja bekanntlich ein "Merkel-Phone" (und auch noch andere - und die sind ja auch prompt abgehört worden).

Es geht um das Haupt-Handy des US-Präsidenten, das seine Erreichbarkeit sicherstellt und über das geheime Dinge kommuniziert werden. Trumps Vorgänger hatte genau das gleiche Problem, hat er in der Talkshow bei Jimmy Fallon erzählt. Er habe immer ein uraltes Blackberry gehabt - und geliebt. Und dann hätten sie ihm ein Smartphone gegeben.

"Ich dachte: Toll. Sie haben gesagt, es ist ein tolles Gerät, Stand der Technik - aber aus Sicherheitsgründen ist alles abgeschaltet. Fotografieren geht nicht, SMS nicht, Telefonieren auch nicht, Musikabspielen geht nicht, es ist eigentlich wie bei diesen Spiel-Telefonen für Dreijährige."
Barack Obama in der Talkshow bei Jimmy Fallon

Trump könnte sich auch für das Merkel-Phone entscheiden, sagt Michael Gessat. Denn bekanntlich sei die deutsche Firma Secusmart führend auf dem Gebiet der Telefon-Verschlüsselung. Sie hat die Merkelphone-Technik entwickelt - und 2014 wurde die dann von Blackberry übernommen. Das sei damals eine richtige Affäre gewesen: Man habe eine "No-Spy-Klausel" vereinbart und erst dann dem Verkauf zugestimmt.

"Trump könnte natürlich auch seinen Freund Wladimir fragen, ob der vielleicht was aus russischer Produktion hat."
Michael Gessat, DRadio-Wissen-Netzreporter

Chinesische Marken kommen eher nicht infrage, glaubt Michael Gessat. Er kann sich durchaus vorstellen, sagt er, dass Trump die Sicherheitsvorschriften nicht ernst nimmt und unterläuft. Zum Beispiel könnte ihm ein Vertrauter sein Twitter-Smartphone immer hinterhertragen.