Seit in einer Kirche in South Carolina neun Schwarze erschossen wurden, wird wieder einmal über die US-amerikanische Südstaatenflagge diskutiert. Denn der Attentäter hat sich oft vor dieser Flagge fotografieren lassen. Die Gouverneurin von South Carolina will sie jetzt einmotten.

Ist die Südstaatenflagge rassistisch? Ja, sagen viele US-Amerikaner - denn damit wurde vor 150 Jahren für die Beibehaltung Sklaverei gekämpft. Die rote Flagge mit den gekreuzten blauen Sternen-Streifen stammt aus dem US-amerikanischen Bürgerkrieg. Unter ihr haben die Südstaaten gegen die Nordstaaten gekämpft - nicht nur, weil die Südstaaten unabhängig und eigenständig bleiben wollten, sondern auch, weil sie weiter an der Sklaverei festhalten wollten.

Alte Debatte - neu aufgelegt

Die Diskussion um die Südstaatenflagge ist nicht neu. Durch die Schießerei in der Kirche in South Carolina in der vergangenen Woche wurde sie wieder angefacht. Denn der mutmaßliche Mörder von neun Schwarzen hat sich vor der Tat oft vor dieser Flagge fotografieren lassen. Die Gouverneurin von South Carolina, Nikki Haley, hat jetzt entschieden: Die Flagge soll weg.

"We are here in a moment of unity in our state without ill will to say it's time to remove the flag from our capitol grounds."
Nikki Haley, Gouverneurin von South Carolina, zur Südstaaten-Flagge

Bis jetzt ist das allerdings nur eine Forderung - denn die Abgeordneten vom Bundesstaat South Carolina müssen erst noch über die endgültige Verbannung der Flagge abstimmen. Gouverneurin Nikki Haley argumentiert: Die Flagge gehöre zwar zur Geschichte der Südstaaten, sollte aber nicht zur Zukunft gehören - auch um der neun Menschen willen, die bei dem Anschlag vergangene Woche ums Leben gekommen sind.

"My hope is that by removing a symbol that devides us we can move forward as a state of harmony and honor the nine blessed souls who are now in heaven."
Nikki Haley, Gouverneurin von South Carolina

Auch in anderen US-Bundesstaaten wird über die Südstaatenflagge diskutiert, die Supermarktkette Walmart will sie aus dem Sortiment nehmen. Das eigentliche Problem werde dadurch jedoch nicht gelöst, kritisieren viele Beobachter: Dass nämlich Rassismus nach wie vor tief verwurzelt ist in der US-amerikanischen Gesellschaft.