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Joe Biden und Kamala Harris haben ein Ende des Rassismus in den USA gefordert. Nun sind sie an der Macht. Ob sie einen echten Wandel bringen können, da ist die Politologin Emilia Roig skeptisch. Aber sie setzt ihre Hoffnung auf die Black Lives Matter-Bewegung. Emilia Roig ist Politikwissenschaftlerin sowie Gründerin und Direktorin des Center for Intersectional Justice.

Über 80 Prozent der schwarzen Wählerinnen und Wähler in den USA haben im November 2020 für Joe Biden gestimmt. "Die Stimmung war vergleichbar mit der Wahl von Barack Obama", sagt die Politikwissenschaftlerin Emilia Roig. Die Unterstützung für Joe Biden sei auch groß gewesen, weil er Kamala Harris als Vizepräsidentin gewinnen konnte.

"Kamala Harris als Vize hat die breite Unterstützung für Joe Biden in der schwarzen Community gefördert und verstärkt."
Emilia Roig, Center for Intersectional Justice

Joe Biden als auch Kamala Harris machen sich in ihren Reden dafür stark, den Rassismus in den USA beenden zu wollen. Dazu gehört auch die machtvolle Rede von Joe Biden bei seinem Amtsantritt, sagt Emilia Roig. Beide hätten sich auch für "Racial Justice" ausgesprochen. Der Begriff steht für Gerechtigkeit unabhängig von Hautfarbe und Herkunft.

Gegen Rassismus braucht es mehr als Reformen

Ob die Erwartungen erfüllt werden, muss sich zeigen. Die neue Regierung kann viel bewirken, aber es braucht einen tiefgreifenden Wandel, sagt Emilia Roig. Reformen allein reichen nicht. Rassismus in den USA gibt es nicht erst seit 2016, als Donald Trump zum Präsidenten gewählt wurde.

"Eine Präsidentschaft kann etwas bewirken, aber wir müssen auch realistisch sein: Es braucht einen tiefgreifenden Paradigmen- und Systemwechsel."
Emilia Roig, Center for Intersectional Justice

Gegen anhaltenden Rassismus in den USA konnte auch Barack Obama wenig ausrichten. Barack Obama hat für "Racial Justice" in den USA sehr wenig getan, sagt Emilia Roig. Auch in der Administration unter Ex-Präsident Obama habe es ein sehr hohes Niveau an systemischem Rassismus gegeben.

Wenn es um den nötigen tiefgreifenden Wandel geht, dann setzt Emilia Roig ihre Hoffnung auf die Black Lives Matter-Bewegung. Die habe viel Stärke, nicht allein in den USA.

"Meine Hoffnung kommt aus der Tatsache, dass sich die Black Lives Matter-Bewegung durchgesetzt hat. Nicht nur in den USA, sondern weltweit. Ich hoffe, das wird weitergehen."
Emilia Roig, Center for Intersectional Justice

Eine Forderung der Bewegung ist, der Polizei die Finanzierung zu entziehen - "Defund the Police" -, damit sie sich anschließend neu organisiert. Das solle eine Antwort auf Polizeigewalt und Rassismus in den USA sein.

US-Präsident Joe Biden hat sich bereits öffentlich gegen diese Forderung ausgesprochen. Diese ist innerhalb der Partei der Demokraten umstritten. "Die Forderung kommt aus einer aktivistischen Ecke, die nicht überall in den USA vertreten ist", sagt Emilia Roig. Dass Gelder für die Polizei gestrichen werden, ist eher unwahrscheinlich.

Entscheidend sind die Maßnahmen, die jetzt folgen

Dafür stehen andere Punkt im Wahlprogramm der Demokraten. Zum Beispiel, dass "Racial Justice" in verschiedenen Sektoren wie Bildung, Gesundheit sowie auf dem Arbeitsmarkt oder in der Justiz gelten soll. Details, wie das umgesetzt werden soll, fehlen noch.