In Utrecht blüht es – seit Neuestem auch auf rund 300 Dächern von Bushaltestellen. Die wurden bepflanzt, um mitten in der Stadt Bienen und andere Insekten anzulocken.

Auf den Dächern der Haltestellen in Utrecht in den Niederlande, wurden Sedum-Pflanzen gesät, auch Mauerpfeffer genannt. Die sind besonders gut für extreme Standorte geeignet, sagt Melanie von Orlow vom NABU. Mauerpfeffer kann gut auf Flachdächern wachsen: Die Pflanze braucht nicht viel Erde – es genügen ein paar Zentimeter, die auch mit Steinen durchsetzt sein können. Und sie benötigt nur wenig Wasser: Es reicht also schon ein Regenguss – der Mauerpfeffer muss nicht extra gegossen werden.

"Das Tolle daran ist auch, dass die Pflanze trockenresistent ist. Das heißt, sie kann lange Wasser speichern."
Melanie von Orlow, NABU

Und die Pflanzen finden direkt Abnehmer in der Insektenwelt, da ist sich Melanie von Orlow sicher: Denn die Insekten fänden ziemlich schnell neue Futterquellen. Die Honigbiene sei dabei nicht so wählerisch wie die Wildbiene – deren Geschmack sei etwas spezieller.

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Bienen filtern ihren Nektar – der Feinstaub bleibt im Bienenkörper

In einigen Städten ist die Feinstaubbelastung recht hoch – das wirkt sich auch auf die Insekten aus. Bei Bienen sei es zum Beispiel so, dass sie wie kleine Feinstaubfilter funktionieren, so die NABU-Expertin: Sie filtern den Nektar in ihrem Körper – Stoffe wie der belastende Feinstaub bleiben in der Biene. Auch das Wabenwerk der Insekten nehme fettlösliche Verunreinigungen aus dem Honig.

"Die Bienen selbst sind wie kleine Feinstaubfilter unterwegs. Der Nektar, den sie zu sich nehmen, filtern sie in ihrem Körper durch."
Melanie von Orlow, NABU

Es braucht mehr Ideen wie diese für Städte

Melanie von Orlow findet die Idee der begrünten Bushaltestellen toll. Eine landesweite Umsetzung – auch in Deutschland könne allerdings schwierig werden: Nicht alle Dächer sind für die zusätzliche Last durch die Erde ausgerichtet.

"Auf jeden Fall nachahmenswert."
Melanie von Orlow, NABU

Generell sieht sie in Projekten wie diesen aber einen Ansatz in die richtige Richtung: In Zukunft bräuchten wir grünere Städte, die nach dem Schwammstadtprinzip ausgelegt seien, also an vielen Orten Feuchtigkeit binden. Aktuell sei das oft nicht so: Flächen zum Versickern würden versiegelt, es gebe zu wenig Grünflächen. Daher findet sie die Bushaltestellen in Utrecht auf jeden Fall nachahmenswert.