Weil der Preis für Vanille so extrem gestiegen ist, haben manche Eisverkäufer die Kugel Vanille schon um 20 bis 30 Cent teurer gemacht. Schuld sind Missernten aber auch Geldwäsche-Geschäfte.

Wer sich schon darüber empört hat, dass die Kugel Vanilleeis um 20 bis 30 Cent teurer geworden ist: das hat einen Grund. Denn die Vanilleschoten, die man zur Herstellung braucht, sind wahnsinnig teuer geworden. Hans Karsten ist Vanille-Händler - er kauft es beispielsweise in Madagaskar oder Mexiko ein und verkauft es hier in Deutschland weiter. Er sagt: Die Preise sind explodiert. 

"Der Kilopreis für Vanille aus Madagaskar ist zur Zeit 520 Euro."

Hintergrund der Preisexplosion sind krumme Geschäfte von Kriminellen, sagt Hans Karsten. Sie verdienen in Madagaskar viel Geld damit, Edelhölzer zu verkaufen, die eigentlich gar nicht abgeholzt werden dürfen. Um ihr Schwarzgeld zu waschen, kaufen sie Vanille. Diese Vanille bringen sie dann zum dreifachen Preis wieder auf den Markt - und das merken die Kunden an der Eisdiele. 

Hoffnung, dass sich der Markt wieder normalisiert

Vanille-Händler Hans Karsten merkt, dass einige seiner Kunden sich die Vanille gar nicht mehr leisten können. Zu seinen Abnehmern zählen kleinere Eisdielen genauso wie Gourmetrestaurants. Die Gourmets bevorzugen eher Vanille aus Tahiti, weil es ein anderes Aroma hat als die Vanille aus Madagaskar oder Papua-Neuguinea, das häufig für die Eisproduktion verwendet wird. 

"Einige Gourmet-Köche sagen inzwischen: Okay, dann mache ich halt keine Panna Cotta mehr."

Bei der Vanille kommt es immer wieder zu extremen Preisschwankungen: Naturkatastrophen oder subtropische Stürme können beispielsweise ganze Ernten zerstören, auch dann ziehen die Preise an. Eine Preisexplosion durch Korruptionsgeschäfte hat Hans Karsten zuletzt vor 13 Jahren erlebt. Damals hatte sich der Markt nach einem Jahr aber wieder gefangen. Darauf hofft der Händler auch jetzt.