Wie erinnern wir uns an unseren Ex-Partner, wenn die Beziehung auseinander bricht? Was bleibt anderen Menschen über uns im Gedächtnis, wenn wir nicht mehr da sind? Mit diesen Fragen hat sich Buchautor Sven Stillich befasst.

"Was von uns übrig bleibt", das ist die Frage, die sich Sven Stillich gestellt hat. Genauso lautet auch der Titel des Buches, in dem der Autor versucht, diese Frage zu beantworten. 

Jeder Menschen, dem wir begegnen, hinterlässt Spuren in uns. Und genauso umgekehrt. Wir bleiben anderen nicht nur im Gedächtnis. Wir hinterlassen auch gegenständliche Souvenirs. Auf unseren Wegen verlieren wir Schuppen und Haare - ebenso, wie ein römischer Legionär vielleicht mal ein paar Münzen hat fallen lassen, die Jahrhunderte später wieder in einer deutschen Stadt ausgegraben werden und ihren Weg zurück ans Tageslicht finden.

Persönliche Relevanz prägt unsere Erinnerung

Neben der Frage, was von uns übrig bleibt, stellt sich auch die Frage, welche Erinnerung in 20, 50 oder 1000 Jahren über unsere Generation bestehen werden. Welche Relevanz wird das Jahr 2018 haben? Und woran wird man sich erinnern, wenn man darüber spricht?

Für manche mag 2018 das Jahr sein, in dem sie ihren Führerschein oder ihren Uniabschluss gemacht, den Partner fürs Leben kennengelernt oder die Oma verloren haben. Je nachdem, was für uns persönlich relevant ist, prägt unsere Erinnerung an das Jahr 2018.

"Ganz sicher: Seehofer, Merkel, Trump und WM - das sind glaube ich die Stichwörter, die man in ein paar Jahren noch mit 2018 verbinden wird."
Sven Stillich auf die Frage, was vom Jahr 2018 in unseren Gedächtnissen zurückbleiben wird

Der Gedanke, dass sich Menschen, denen wir begegnen, an uns erinnern, hat für viele etwas Tröstliches, sagt Sven Stillich. Denn viele ängstigt die Vorstellung, dass unser Existenz komplett ausgelöscht wird, wenn wir eines Tages sterben. 

Manche Menschen möchten sich gerne selbst ein Denkmal setzen, indem sie mit einem Popsong, Film oder Buch selbst dafür sorgen, Ruhm zu erlangen und somit nicht in Vergessenheit zu geraten. 

Der Opa, der das Gartenhäuschen gebaut hat

Wir können allerdings nur schlecht kontrollieren, wie sich andere an uns erinnern. Der Buchautor Sven Stillich hatte beispielsweise einen Großvater, der ein Gartenhäuschen gebaut hat. Immer, wenn er jetzt an diesem Häuschen vorbei läuft, muss er an seinen Großvater denken. In seiner Erinnerung wird dieser Großvater wohl immer der Opa bleiben, der das Holzhaus gebaut hat. 

Wie sich unser Ex-Partner an uns erinnert

Der Prozess der Bewältigung, der auf das Ende einer Partnerschaft folgt, ähnelt dem, der stattfindet, wenn jemand aus dem Freundeskreis oder der Familie stirbt. Welche Spuren hat der Partner in uns hinterlassen? Manchmal ist es nach einer längeren Beziehung für viele von uns schwer, genau auseinander zu halten, welche Eigenschaften wir schon vor der Partnerschaft hatten und welche wir dadurch hinzubekommen haben. Haben wir womöglich einen ähnlichen Humor? Wie wollen wir uns an den Ex-Partner erinnern? Oder wünschen wir uns möglichst viel über ihn zu vergessen? Aber wie gut gelingt es uns, den Partner zu vergessen, wenn er doch prägende Spuren in uns hinterlassen hat? All diesen Fragen geht Sven Stillich in seinem Buch nach. 

Das Buch: 

Titel: "Was von uns übrig bleibt", Sven Stillich, Erscheinungsdatum: 20.11.2018, Hardcover 22 Euro, E-Book 19,99 Euro. Erschienen im Rowohlt Verlag.  

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