Vekehrspolitik

Grüne fordern Abbiegeassistenten für Lkw

Wenn Radfahrer oder Fußgänger in den "Toten Winkel" eines Lkw geraten, enden Unfälle oft tödlich. Nachdem in Köln ein Kind gestorben ist, wollen die Grünen jetzt Assistenzsysteme vorschreiben.

In Städten passiert jeder zweite Fahrradunfall mit einem Lkw beim Rechtsabbiegen, wenn also der Lastwagenfahrer den Radfahrer übersieht. Die Grünen wollen jetzt, dass die Politik etwas tut und fordern, dass der Abbiegeassistent für Lkw zur Pflicht wird. Den Vorschlag finden nicht alle gut.

Die Grünen fordern von der Bundesregierung, sich auf EU-Ebene für zwei Dinge einzusetzen: Erstens sollen nur noch solche Lastwagen ab 3,5 Tonnen neu zugelassen werden, bei denen die Fahrerkabine bodentiefe Fenster hat, damit die Lkw-Fahrer die Leute auf der Straße direkt sehen können. Also Fußgänger oder Radfahrer, die sich neben der Führerkabine aufhalten.

Zweitens wollen die Grünen eine Pflicht für Abbiegeassistenzsysteme bei Lkw, die neu zugelassen werden. Auch auf nationaler Ebene wollen die Grünen so eine Pflicht einführen – am besten so schnell wie möglich. 

Für große Lkw in der EU wird der Abbiegeassistent ab 2025 Pflicht

Auf EU-Ebene passiert derzeit schon ein bisschen was. Es geht dabei aber vor allem um Lkw ab 7,5 Tonnen. Kirsten Lühmann, verkehrspolitische Sprecherin der SPD erklärt: "Nach einem gewissen Übergangszeitraum müssen alle Lkw ab 7,5 Tonnen einen Abbiegeassistenten haben."

Es sei jedoch noch nicht geklärt, dass dies auch für etwas kleinere Lastwagen ab 3,5 Tonnen zur Pflicht werde. Eine Nachrüstpflicht für alle bereits auf den Straßen fahrende Lkw werde es nicht geben. Bei diesem Punkt würden die Grünen jedoch am liebsten weitergehen.

"Da, wo dichter Verkehr herrscht, sind Fahrer vielleicht auch schnell genervt und schalten das System ab."
Paul Vorreiter, Deutschlandfunk Nova

Abbiegeassistenten im Lkw sind relativ einfache Systeme, die aus Sensoren bestehen, die die Umgebung hinter einem Lastwagen oder auch an den Seiten scannen. Wenn dort Fahrradfahrer oder Fußgänger auftauchen, wird der Fahrer mit einem Signal gewarnt.

Das Problem: Die Technik müsste dann so funktionieren, dass man sie nicht ausschalten kann. Denn: "Da, wo dichter Verkehr herrscht, sind Fahrer dann vielleicht auch schnell genervt und schalten das System ab", sagt Paul Vorreiter, unser Korrespondent in Berlin.

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